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Fahrenheit 9/11

Michael Moore geh?rt irgendwie zu den zwiesp?ltigen Gestallten ? einerseits ben?tigt Amerika mehr von seiner Sorte und bessere, sachlichere die weniger den Eindruck von kurzsichtigen Entertainern machen? andererseits ist diese Ikonisierung durch die Anh?nger oder wenn man so will Opfer des gegenw?rtig sehr beliebten d?mmlichen Antiamerikanismus mit der Zeit einfach nur l?stig und ?berfl?ssig ? fast schon so sehr wie Talkshows?

Fahrenheit 9/11 ? eine Anspielung auf eines jener B?cher die in einer totalit?ren/autorit?ren Zukunft spielen; und in diesem Fall B?cher verbrannt werden von so genannten Feuerwehrleuten ? hm ja was soll ich sagen; ich denke nicht das der Autor Fahrenheit 9/11 als eine um Neutralit?t und Objektivit?t bem?hte Dokumentation betrachtet. Ich w?rde das Ganze, eher als sarkastisch ironisch und zugegebener Massen einseitige und auch teilweise oberfl?chliche Abrechnung mit den ersten (und hoffentlich letzten) vier Jahren Bush Junior ansehen?

Der Film beginnt mit den ?u?erst zweifelhaften Umst?nden unter denen Bush Junior das h?chste Amt der USA erlangt hat ? Moore legt den Eindruck nahe das Bushs Wahl eine geplante F?lschung war ? soweit w?rde ich jetzt nicht gehen, nur bei einer Wahl f?r ein derart wichtiges Amt darf es keine Zweifel in diesem Ausma? geben und daher h?tten eigentlich demokratische Grundwerte eine Wiederholung zwingend notwendig gemacht ? niemand kann sich w?nschen auf einer so zweifelhaften Grundlage ein solches Amt zu begleiten und Bush Junior h?tte mit Sicherheit so einige Probleme mehr im Laufe seiner Amtszeit bekommen, ohne den Terrorrindewahn - allerdings ist es auch ein sehr trauriges Zeichen wenn sich im Senat niemand findet der die rechtm??ige Durchf?hrung dieser Wahl anzweifelt und es sollte den Menschen in aller Welt, die in freien oder halbwegsfreien Staaten leben, bewusst sein, dass auch sie jeder Zeit Opfer einer solchen Manipulation werden k?nnen?

Danach kommen Moores sehr pers?nliche Angriffe auf Bush Junior ? dieser wird als fauler Nichtsnutz dargestellt der in den ersten Monaten seiner Amtszeit nicht besonders viel gearbeitet hat, ich wei? nicht ob eine derart pers?nliche Blo?stellung mit willk?rlich aus dem Zusammenhang gerissen Zitaten wirklich ? journalistisch ? betrachtet unbedingt notwendig war und sinnvoll ist?

?berleitung: Die Anschl?ge auf das World Trade Center, mit dramatischen Bildern von verzweifelten Menschen ? Moore wird zwar immer, in den USA, Amerikafeindlichkeit vorgeworfen, aber oftmals erscheint er weitaus mehr patriotischer als Bush und Co, allerdings d?rfte es in L?ndern in denen Patriotismus gesellschaftlich akzeptiert ist, gang und gebe sein Kritiker und Gegner zu beschuldigen unpatriotisch zu sein ? nichts desto trotz beginnt Moore nach diesen Bildern Bush direkt eine Mitschuld f?r die Anschl?ge zu geben; und beruft sich dabei auf jenes Dossier das Bush einen Monat zuvor erhielt das davor warnte das Osama Bin Laden Anschl?ge in Amerika plante?

Danach deckt Moore schonungslos ? um einmal die blumige Sprache der Bild!Zeitung zu verwenden ? die Verbindungen zwischen der reichen Bushfamilie und der reichen Familie Bin Laden Familie auf und allgemein die enormen wirtschaftlichen Verstrickungen zwischen Saudi-Arabien und den USA. Nur das 15 den 19 Attent?ter des 11. Septembers aus Saudi-Arabien stammten hat damit relativ wenig zu, schlie?lich k?mpfen die islamischen Extremisten dort gegen jene reichen Oligarchen und die korrupte Monarchie? dem Rest der Familie Bin Laden d?rfte ihre religi?ses schwarzes Scharf Osama mittlerweile nur noch peinlich sein, obwohl er lange Zeit der religi?se Alibivork?mpfer gewesen sein d?rfte ? eines der seltsamen Dinge an Saudi-Arabien, obwohl die dort herrschende Sicht schon seit Jahren einen blutigen Konflikt mit islamischen Eiferern verwickelt sieht, exportiert das Land in alle Welt ihren strengen puritanischen Islam mit kleinen Teilen der riesigen Gewinne aus der ?lf?rderung ? die Quelle f?r ihre Probleme zuhause?

Das also nach einem derartigen Anschlag die Verwandten Bin Ladens ausgeflogen wurden, d?rfte weniger mit deren Verwicklung in die Anschl?ge zu tun haben als mit dem enormen wirtschaftlichen und politischen Einfluss dieser Familie? da helfen auch Moores billige f?nfziger Jahre Krimis, wo die Polizisten die Angeh?rigen und Verwandten der gesuchten Verbrecher befragen, nicht allzu viel ? Moore benutzt sehr gerne allzu leicht verst?ndliche Thesen und appelliert an die niederen Empfindungen der breiten Masse?

In diesem Zusammenhang wird auch der Krieg in Afghanistan als Feldzug zur Errichtung einer ?lpipeline dargestellt ? obwohl es doch schon etwas irritierend wirkt wenn die nach dem l?ngst ?berf?lligen Sturz der Taliban, die neunen Schl?sselfiguren in Afghanistan ? wie Karsei ? alte Bekannte von Bush und Co aus der ?lindustrie sind und der von den Taliban abgelehnte Bau einer Pipeline schon sehr bald danach in die Wege geleitet wird?

Die gewusst gesch?rte permanente Terrorangst in Amerika geh?rt zu den eher besseren Teilen des Films, Moore zeigt sehr eindrucksvoll wie das Gef?hl der st?ndigen Bedrohung von Oben bewusst erschaffen, verst?rkt und ausgenutzt wird? allerdings und das meinte ich damit das Moore patriotisch sei, Moore stellt fast niemals grundlegende Fragen ? eine Diskussion ?ber Sinn und Nutzen des Antiterrorfeldzugs beginnt er nicht, nein eigentlich kritisiert er nur dessen Durchf?hrung und manchmal wirkt es auf mich so als h?tte Moore es besser gefallen wenn die USA Saudi-Arabien statt dem Irak und Afghanistan angegriffen h?tten? nur die wesentlichen Fragen stellt er nicht (vielleicht weil es nicht seine Art ist, m?glicherweise auch weil es Bush in mancher Hinsicht eher helfen w?rde): N?mlich die Frage welches Ma? an wirklicher Sicherheit in einer freien Gesellschaft m?glich ist ohne die Freiheit zu gef?hrden, in wie weit es ?berhaupt m?glich ist sich vor Angriffen und Anschl?gen kleiner fanatischer Gruppen wirklich zu sch?tzen. Ob eine milit?rische pr?ventive Terrorbek?mpfung, wie sie die Bushregierung derzeit angeblich praktiziert, einen realen Nutzen hat oder im Gegenteil eher den Terrorismus f?rdert ? wie es im Moment eher den Eindruck macht?

Auch auf die vielen Unklarheiten und offenen Fragen zu den Anschl?gen geht Moore nicht ein, er spricht sie nicht einmal an ? hier wird einfach die offizielle Version fraglos ?bernommen?

Egal der Irakkrieg kommt ? neben dem Feldzug gegen den Kommunismus in Vietnam, einer der Anw?rter f?r den sinnlosesten und ?berfl?ssigsten Krieg den Amerika in seiner kurzen bemerkenswerten Geschichte je gef?hrt hat ? hier hat mich Moore dann doch etwas ?berrascht, mit dem Hinweis das der Irak niemals Amerika bedroht oder angegriffen hat ? Moore scheint die blumig-orientalische Sprache Husseins als das durchschaut zu haben, was sie ist: leere hilflose Drohungen ? zeigt Moore relativ brutal-realistische Bilder im Krieg get?teter Iraker und verwundeter? dazu die teilweise etwas naiven bzw. gleichg?ltigen Kommentare der amerikanischen Soldaten.

Was uns dann zu dem n?chsten Teil des Filmes bringt ? die Army, insbesondere die massenhafte Rekrutierung von Angeh?rigen der unteren Schichten. Die Bilder aus den heruntergekommenen hoffungslosen und verarmten Gegenden Amerikas entfalten schon eine sehr starke Wirkung ? allerdings legt Moore den Eindruck nahe das die b?se Regierung an allem Schuld ist, nur wer sich zum Milit?r meldet muss damit rechnen auch k?mpfen, t?ten und sterben zu m?ssen und das in einem Land mit einer Freiwilligen Armee, das Milit?r eher Nachwuchsprobleme als ?berschuss hat versteht sich von selbst, und sozial benachteiligte mit gro?z?gigen Angeboten zu k?dern ist da ein sehr einfacher Weg?

In diesem Zusammenhang praktiziert Moore auch Bild!Zeitungs Journalismus in einer ?belsten Form, als er zusammen mit einem Offizier der Marines versucht Abgehornte des Repr?sentantenhauses dazu zu bewegen ihre Kinder zum Dienst im Irak zu melden ? nichts ist widerlicher als an die Schlimmsten der als positiv empfundenen menschlichen Empfindungen zu appellieren, das repressive Gemeinschaftsgef?hl und dieses kindliche naive Gerechtigkeitsempfinden ? diese? diese Herdenmoral?

Und auch hier ist Moore nicht daran interessiert etwas grundlegend wirklich zu ver?ndern; w?rden die Kindern von ein paar Abgeordneten mehr dienen w?re alles gut, so wie alles OK w?re wenn Nike ein Werk in Flint bauen w?rde? nur was ?ndern solche symbolischen Gesten an den grunds?tzlichen Missst?nden? Die Frage wie es sein kann das die Armen in den Kriegen k?mpfen und sterben, die von den Reichen gewollt und erkl?rt wurden ? diese Frage stellt Moore den Abgeordneten nicht? Moore ist daher ? zumindest f?r mich ? eher ein Systemverbesserer als ein Kritiker?

Was in dem Film auch fehlt ? wie so eine von diesen l?stigen grundlegenden Fragen ? was mit all dem Geld passiert, das seit dem 11.09 reichlicher als zur besten Zeit des kalten Krieges, in die den Verteidigungsetat flie?t. Immerhin sollen Rumsfeld und Co flei?ig dabei sein das Milit?r kr?ftig umzubauen? angedeutet wird nur das die Gelder eventuell zur Beseitigung der sozialen Missst?nde in Amerika verwendet werden k?nnten, aber direkt ausgesprochen wird es nicht?

Das Zitat aus Theorie und Praxis des hierarchischen Kollektivismus von Immanuel Goldstein ?ndert daran auch nicht besonders viel, allerdings bleibt doch der Eindruck bei denjenigen die das Buch kennen, das eventuell doch einige der Gedanken des Autors erschreckend klar die Wirklichkeit von einem anderen Blickwinkel erfasst haben k?nnten?

Alles in Allem ganz sehenswert ? ist man sich der Einseitigkeit und Einfachheit des Machers bewusst ? allerdings das Kino k?nnte eventuell etwas verklebt sein, was mit dem masturbieren von ?berzeugten Amerikahassern zu tun haben k?nnte?

Vieles was eher kritisch zu betrachten ist, liegt eigentlich weniger am Autor sondern an der K?rze des Films, vier Jahre und so viele bedenkliche Entwicklungen und Verwicklungen lassen sich kaum in so kurzer Zeit halbwegs objektiv darstellen ? und wer w?rde sich schon eine 10teilige Dokumentation , ohne diese lustigen Bilder und Kommentare, im n?chtern um Sachlichkeit bem?hten Ton ansehen wollen? Wo man sich aus den Informationen sein eigenes Bild zusammenstellen m?sste? Selbst denken und eine Meinung jenseits von ja und nein zu haben und diese dann auch noch ?ffentlich zu vertreten und zu verteidigen ist so schrecklich anstrengend?

und es wundert mich auch nicht besonders, dass Quentin Tarantino Moore daf?r die goldene Palme ?berreicht hat?
18.7.04 20:02


Das Alibiattentat

(ein paar Worte zu den im Moment in den Medien so frenetisch gefeierten Ereignissen des 20. Julis)

Sehe ich mir diese ach so tugendhaften Widerstandsk?mpfer an ? national Konservative, Berufsoffiziere, bibeltreue Christen und anderer Abschaum ? so f?llt mir auf: Unter ihnen ist kaum einer der die Nazis und ihre Ideologie vor ihrer Machtergreifung, also grunds?tzlich abgelehnt h?tte. Alle haben sie Heil! geschrieen; und all die ganzen langen Jahre von 1933 bis zur Wende des Krieges zu Ungunsten des Nazireiches waren sie willige Helfer der Nazis und gut funktionierende R?der in Hitlers Maschinerie.

Alles was die Nazis taten, Abschaffung der parlamentarischen Demokratie, Errichtung der totalit?ren Diktatur, Aufl?sung aller politischen Parteien, gewaltige Aufr?stung, Gleichschaltung der Medien, Instrumentalisierung von Kunst, Wissenschaft, Geschichte, Kultur und des Sports, Verbot von Kunst die als entartet eingestuft wurde, Rassengesetzte, Militarisierung der Jugend und der Gesellschaft, Verfolgung und Internierung politischer Feinde, Entrechtung, Enteignung und Deportation von allen die von den Nazis als Juden eingestuft wurden, die lange vor Ausbruch des Krieges ge?u?erte Absicht einen solchen f?hren zu wollen, die permanenten hasserf?llten antisemitischen Parolen, die Rassenideologie, die Besetzung des Sudentenlandes und auch die erfolgreichen Kriege zur gewaltsamen Revision des Vertrags von Versailles und zur Gewinnung von Lebensraum bzw. Unterwerfung von als rassisch minderwertig betrachten Menschen ? also alles was die sp?teren Verbrechen der Nazis ?berhaupt erm?glicht hat, vorbereitet hat oder erste Schritte dahin waren, hat keinem der jetzt so verehrten Helden auch nur die geringsten Gewissensbisse bereitet.

Ganz im Gegenteil, viele waren begeistert von Hitlers Zielen (besser gesagt was sie daf?r hielten) und k?mpften begeistert daf?r ? von Stufenberg beispielsweise hat seine Hand und das Auge nicht durch einen Sportunfall verloren ? gerade die Wiederherstellung der milit?rischen Macht wurde von Berufsmilit?rs frenetisch begr??t? Tresckow schrieb 1940 nachdem Fall Frankreichs, begeistert das alle seine kleinlichen Zweifel an den Nazis und ihrem F?hrer nun hinweggefegt sein und sp?ter wurde er zum Widerstandk?mpfer, nachdem er erschossene j?dische Frauen und Kinder gesehen hatte ? was ihn so schockiert hat und das obwohl es schon seit fast 10 Jahren in allen Medien st?ndig hie?: Die Juden sind unser Untergang! ? K?nnen Menschen wirklich so blind sein?

Grunds?tzlich l?sst sich sagen das ein Gro?teil der Widerstandsk?mpfer in Deutschland diejenigen waren die den Nazis anfangs entweder neutral oder eher mit Sympathie begegnet sind ? die ?berzeugten Gegner der Nazis wurden entweder von diesem kurz nach ihrer so genannten Machtergreifung ausgeschaltet ? mundtot gemacht, inhaftiert oder ermordet ? oder flohen ins Ausland, zusammen mit all jenen die klar erkannten was die Nazis vorhatten?

Denn vieles kann man den Nazis vorwerfen, aber nicht, dass sie nicht klar und deutlich gesagt h?tten was sie tun w?rden, wenn man ihnen die M?glichkeit ? also die Macht - dazu geben w?rde und die Nazis taten f?r gew?hnlich was sie sagen ? einer der wenigen positiven Aspekte (in einem d?ster sarkastischen Sinn - bezieht sich nicht auf das was sie taten)?

Die sp?teren Helden wurden also erst nach und nach zu Feinden des Nazistaates, als ihnen nach und nach klar wurde wohin die Reise gehen sollte und f?r die Milit?rs spricht hier sehr wenig ? ihre Ablehnung gegen das Nazireich beruhte vor allem auf der tief sitzenden Angst das Waffenmonopol an die ideologisch-rassistischen Naziorganisationen wie SA und SS zu verlieren? eine der Hauptursachen des R?hm-Putsches. Das die meisten erst dann zu Widerstandsk?mpfern wurden als der Krieg unverkennbar verloren war spricht auch nicht gerade f?r sie.

Auch die Ziele f?r die Zeit nachdem Umsturz, sprechen in keiner Weise f?r die gro?en Helden. Von Stauffenberg strebte angeblich eine Milit?rdiktatur an, die den ?bergang zu einer Demokratie einleiten sollte ? ach wie naiv, die selben Milit?rs die so heftig ?ber den Fall der Weimarer Republik applaudiert hatten sollen nun eine neue Republik schaffen? Noch naiver ist die Vorstellung dass, das Milit?r wenn es sich erst einmal daran gew?hnt hat der Gesellschaft im Kasernenhofton Befehle zu erteilen, seine Macht freiwillig an eine frei gew?hlte Regierung abtreten w?rde ? andere dagegen wollten dem deutschen Volk eine autorit?re Ordnung auf Grundlage christlicher Wertvorstellungen geben ? was nat?rlich die Frage aufwirft wo da der Staatsstreich oder der Umsturz sein soll ? derjenige der sp?ter Reichskanzler werden sollte, einer jener national-konservativen, wollte viele der Errungenschaften Hitlers, wie das Sudetenland f?r Deutschland sichern?

Die Beweggr?nde sprechen noch weniger f?r die Helden von damals, unter ihnen sind keine ?berzeugten Demokraten, keine leidenschaftlichen Anh?nger der Republik und auch nicht die grunds?tzliche Ablehnung der Ziele und Methoden der Nazis machte sie zu Feinden des Nazireiches ? nein einzig und allein der Rettung ihres ach so tollen Vaterlandes galt ihr Streben, nur ich kann nicht finden das ein solches Vaterland es in irgendeiner weise verdient h?tte vor dem heiligen Feuer der Vernichtung gerettet zu werden.

Dadurch, dass ihre Tat weder der Wiederherstellung der Freiheit noch dem Sturz der Tyrannei sondern einzig und allein der Rettung ihres Vaterlandes diente, verbindet mich nichts mit ihnen. Mag sein das ihre Tat begr??enswert erscheint, da sie bei Erfolg das Nazireich stark destabilisiert h?tte und bestenfalls einen B?rgerkrieg zwischen Anh?ngern der Nazis und den konservativen Teilen der Wehrmacht ausgel?st h?tte ? was die Kriegsbem?hungen der Alliierten erleichtert h?tte, nur mich k?mmert sie nicht ? nicht immer ist der Feind meines Feindes auch mein Freund?

Die Naivit?t wundert mich doch etwas, so wurden viele f?r den Umsturz entscheidende Truppenverb?nde von ?berzeugten Anh?ngern der Nazis gef?hrt, das diese fast automatisch zu den regimetreuen Kr?ften ?berlaufen w?rden, sollte eigentlich jedem der ?ber einem halbwegs gesunden Menschenverstand verf?gt klar sein. Und wenn die Bundeswehr ? die von den Nazioffizieren aufgebaut wurde, wegen denen damals der Putsch scheiterte, aus Treue zu Hitler, Feigheit, Unentschlossenheit oder einfach Gleichg?ltigkeit - an dem Ort wo von Stauffenberg und seine Mithelden erschossen wurden, ihr Gel?bnis abh?lt (als ob Eide und feierliche Schw?re den Menschen an etwas binden k?nnten) so kann ich mir ein bitteres Lachen nicht verkneifen ? ja das Dasein als Alibiattent?ter scheint mir nicht gerade angenehm?
21.7.04 20:50


Ein paar Worte dazu warum Georg Elser vergessen wurde bzw. totgeschwiegen wird und Stauffenberg jetzt als nationaler M?rtyrer verehrt wird?

Georg Elser ist ein gew?hnlicher Schreier mit niederer Schulbildung der lange vor Kriegsausbruch einiges von dem erkannte was die Nazis vorhatten und handelte ? und dazu ist er auch noch Sympathisant der Kommunisten gewesen. In der Wahrheit seiner Tat spiegeln sich die L?gen die nach dem Ende des Krieges erz?hlt wurden und verlieren ihre Bedeutung. Nachdem Ende des Krieges wurde sehr viel dar?ber geredet das man nicht absehen gekonnt hat wohin das Nazireich gef?hrt hat und das man nichts von all den Verbrechen gewusst h?tte ? nur wenn ein kleiner ungebildeter Schuster in der Provinz verkennt was die Nazis planten, wie kann das der gesellschaftlichen Elite verborgen bleiben? Oder ist es nicht eher so das damals, als Elser sein Attentat plante, die Milit?rs an den Pl?nen f?r Hitlers Kriege arbeiteten, die Wissenschaftler damit besch?ftigt war die Rassenideologie mit Forschungsergebnissen zu untermauern und neune Waffen zu entwickeln, die Juristen Rassengesetzte erlassen haben, die Beamten damit besch?ftigt waren j?dische Unternehmen zu enteignen und in den Fabriken der Industriellen R?stungsg?ter produziert wurden?

Also alle die an der Vorbereitung von Hitlers Inferno beteiligt waren haben nichts bemerkt, nur dieser kleine sch?bige kommunistische Schreier aus der s?ddeutschen Provinz wollte nicht die Augen vor der Wirklichkeit verschlie?en, nur damals war Hitlers Helfern schon bewusst das es zumindest einen neuen Krieg geben w?rde ? auch wenn sie es nach der v?lligen Niederlage leugneten?

Nur f?r die sp?tere geschichtliche Rechtfertigung der pers?nlichen Rolle sowie der Rolle ihrer geliebten deutschen Nation, ist ein Tyrannenm?rder wie Elser nicht besonders angenehm, widerlegt er alle ihre L?gen zur Ehrenrettung und zur Reinwaschung ihres deutschen Namens?

Am meisten aber hassen und verachten sie Elser weil er nie einer von ihnen war, er hat niemals Heil! geschrieen, er hat nicht die Macht?bernahme der Nazis begr??t und er war kein Intellektueller, kein Berufsoffizier aus uralten deutschem Adel und auch kein gro?er Parteipolitiker, sondern nur ein kleiner Arbeiter?

In sp?teren Gerichtsurteilen, die ?ber Entsch?digungsanspr?che von Angeh?rigen von hingerichteten Wehrmachtsdeserteurn hie? es dann auch treffend, dass nur Offiziere den verbrecherischen Charakter des NS-Staates erkennen konnten und daher nur diese das Recht gehabt h?tten Widerstand zu leisten, nicht aber einfache Soldaten oder gew?hnliche Arbeiter? den Angeh?rigen von Elser wurden Entsch?digungen von h?chst richterlicher Stelle verweigert, weil der Mord an einem Tyrannen moralisch nicht vertretbar sei und die handelnden Personen andere Wege zur Beseitigung eines solches Systems zu finden h?tten ? spricht Widerstand ist nur legitim solange er von der gesellschaftlichen Oberschicht ausgeht?

Ich bin mir fast sicher das Stauffenbergs Familie solche Probleme nie hatte, so wenig wie die Freiwilligen der SS aus den besetzten L?ndern, und wie die Handlager und Lakaien der SED-Diktatur immer p?nktlich ihre Rentenzahlungen vom Staat bekommen haben ? ja die BRD mag Lakaien von Diktaturen, die Opfer weniger?

Doch nun zu von Stauffenberg, ihn k?nnen sie lieben, er ist einer von ihnen gewesen, so wie sie hat er n Hitler geglaubt, f?r ihn gek?mpft, get?tet und f?r ihn gelitten ? bevor er sich abwendete und zum Verr?ter wurde, doch ihm k?nnen sie seinen Verrat vergeben?

Denn als sie ihn erschossen haben, hat er mit seinem Blut ihren Namen, vor der Geschichte und der Welt, rein gewaschen von den Verbrechen der Nazis, er hat sie erl?st von ihrem Glauben, ihrer Liebe und ihrer Treue zu Hitler ? auch wenn sie ihn damals daf?r hingerichtet haben und ihn verflucht haben, ihren gro?deutschen Widerstands Jesus. Heute k?nnen sie Stolz sein auf ihn und dank ihm ohne schlechtes Gewissen wieder feierliche Gel?bnisse abhalten und stolz die Nationalhymne mitsingen und auch wieder weltpolitisch in Erscheinung treten ohne sich mit der l?stigen brauen Vergangenheit zu befassen. Endlich haben sie wieder traditionelle Bezugspunkte, etwas auf das sie Stolz sein k?nnen?

Anstatt den v?lligen moralischen, politischen und gesellschaftlichen Bankrott des alten von Bismarck erschaffen deutschen Nationalstaates und seiner Wertvorstellungen und des eigenen Versagen anzuerkennen ? haben sie dank Stauffenberg nun ihren Helden und ihre Tradition und all die l?stigen Fragen k?nnen nun mit dem Hinweis auf de Widerstand des 20. Julis weit besser als mit der inzwischen vergangenen Zeit beantwortet werden?

Stauffenberg zum Vorbild f?r eine neue Zeit zu erkl?ren macht keinen Sinn, denn in ihm war nichts Neues. Er war genauso wie das alte Deutschland, dass er so liebte, jenes Deutschland das die Nazis und Hitler erm?glicht hat, sie zu gelassen hat ? mehr noch: sie ?berhaupt erst hervorgebracht hat! Stauffenberg war nationalistisch, konservativ, militaristisch, christlich, anti-demokratisch, rassistisch (aus dem besetzten Polen schrieb er: Viel Mischvolk hier, dass sich nur unter der Peitsche wohl f?hlt), anti-semitisch (er begr??te beispielsweise die Entfernung von als Juden angesehenen aus der Reichswehr, durch den Arierparagraphen), autorit?tsgl?ubig, treu und Pflichtbewusst ? also alles was das alte Deutschland und seine Bef?rworter so sehr an sich sch?tzten?

Der 20. Juli ist somit weniger ein Aufstand des Gewissens ? Stauffenberg und seine Mitstreiter waren keine Kinder der Aufkl?rung, erf?hlt von humanistischen Idealen ? sie waren Kinder jenes alten Deutschlands und ihr Aufstand ist der Aufstand dieses alten Deutschlands, dass nun verzweifelt versuchte die selbst herbei gerufenen b?sen Geister und D?monen wieder loszuwerden, weil es Angst hat von ihnen mit in den Abgrund gezogen zu werden aus dem sie gekommen waren?

Das eigentliche Schlimme ist das all jene die den Fall des Nazireiches ?berdauert haben ? die Mitl?ufer, ?berzeugten Nazis, die Gleichg?ltigen und die Schwankenden ? ihre Vorstellungen und ihre Schuldgef?hle auf die nachfolgenden Generationen vererbt haben, weil sie sich geweigert haben sich ihrem Versagen zu stellen oder wollten das auch ihre Nachkommen weiterhin stolze Deutsche sein k?nnen ? ich kann nichts finden auf das man in der j?ngeres Geschichte (die letzten 100 vor Gr?ndung der BRD/DDR), als kollektive Errungenschaft, besonders stolz sein k?nnte?

Der Zwang, dass die Geschichtsschreibung auch immer eine Art Rechtfertigung bzw. Identit?tsstiftende Funktion erf?llen muss, f?hrt wohl jetzt zu dieser Alibiattent?ter Verehrung ? und wie es mit scheint, wurde schon sehr fr?h damit begonnen, schon bevor der gescheiterte Putsch ?berhaupt begonnen wurde, wie einer der Hauptakteure vor dem Attentat schrieb:

Es kommt auf den praktischen Nutzen nicht mehr an, sondern einzig und allein darauf, dass die deutsche Widerstandsbewegung vor der Welt und vor der Geschichte den entscheidenden Wurf gewagt hat

Was all diese Lobpreisungen, das die Attent?ter des 20. Julis f?r ein schnelles Kriegsende k?mpften, wegen der entsetzlichen Verbrechen oder um den Tyrannen zu st?rzen ? nein das Opfer f?r die geschichtliche Ehrenrettung ihres Vaterlands scheint mir ein sehr viel st?rkeres Motiv gewesen zu sein, keine Verzweiflungstat ?ber die unertr?gliche Tyrannei. Seltsam das es im Nachwort eines Filmes ?ber die Ereignisse aus der Mitte der 50ziger Jahre hie?: Das Stauffenberg und seine Mitstreiter f?r die Reinheit des deutschen Namens starben?
25.7.04 23:17





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