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(ein paar Worte zu Hamlet und Shakespeare allgemein)

Der Dichter in der unfreien Zeit ist vieldeutig ? in einer Zeit mit repressiven gesellschaftlichen, politischen oder religi?sen Dogmen, ist es f?r den Dichter sehr gef?hrlich, diese in seinen St?cken abzulehnen, zu parodieren oder gar ihnen grunds?tzlich zu widersprechen ? solche ?bertretungen k?nnen sehr leicht schwere lebensgef?hrliche pers?nliche Folgen f?r den Autor nach sich ziehen; oder schlimmer ? seine St?cke k?nnten verboten werden?

Shakespeare geh?rt zu jenen Dichtern die das Pech/Gl?ck hatten in so einer Zeit leben und schreiben zu m?ssen, entsprechend k?nnen seine St?cke neben der offensichtlichen Aussage und Deutung noch viele andere ? f?r seine Zeit - sehr subversiven Aussagen und Gedanken auf die B?hne projizieren?

Allerdings h?llt sich der Dichter immer in die offiziellen Dogmen und Vorgaben; auch wenn diese nur als leere Phrasen vorgetragen werden, in Hamlet l?sst er seinen Helden, sehr viele solcher Aussagen, im Zustand des gespielten Wahnsinns, machen ? ein Beispiel:

?Es ist nichts so gut oder so schlimm, das nicht durch unsre Meinung dazu gemacht wird: F?r mich ist es ein Gef?ngnis.?

Beil?ufig verleiht hier der Held, der damals ketzerischen Feststellung Ausdruck, dass nichts in der Natur/Welt von sich aus gut oder schlecht ist ? sondern er die Menschen, durch ihre Gedanken, die Dinge in Kategorien wie ?gut? und ?schlecht? einteilen?

Der ber?hmte ?Sein oder nicht Sein? Monolog, enth?lt sogar sehr direkte Angriffe auf die damaligen Moralvorstellungen ? das Thema Selbstmord wird ?brigens auch noch an mehren anderen Stellen des St?cks in ?hnlicherweise aufgegriffen?

?Sein oder nicht sein - - Das ist die Frage - - Ob es einem edeln Geist anst?ndiger ist, sich den Beleidigungen des Gl?cks geduldig zu unterwerfen, oder seinen Anf?llen entgegen zu stehen, und durch einen herzhaften Streich sie auf einmal zu endigen? Was ist sterben? - - Schlafen - - das ist alles - - und durch einen guten Schlaf sich auf immer vom Kopfweh und allen andern Plagen, wovon unser Fleisch Erbe ist, zu erledigen, ist ja eine Gl?ckseligkeit, die man einem and?chtiglich zubeten sollte - - Sterben - - Schlafen - - Doch vielleicht ist es was mehr - - wie wenn es tr?umen w?re? - - Da steckt der Haken - - Was nach dem irdischen Get?mmel in diesem langen Schlaf des Todes f?r Tr?ume folgen k?nnen, das ist es, was uns stutzen machen muss. Wenn das nicht w?re, wer w?rde die Misshandlungen und Staupen-Schl?ge der Zeit, die Gewaltt?tigkeiten des Unterdr?ckers, die ver?chtlichen Kr?nkungen des Stolzen, die Qual verschm?hter Liebe, die Schikanen der Justiz, den ?bermut der Grossen, ertragen, oder welcher Mann von Verdienst w?rde sich von einem Elenden, dessen Geburt oder Gl?ck seinen ganzen Werth ausmacht, mit F?ssen sto?en lassen, wenn ihm frei st?nde, mit einem armen kleinen Federmesser sich Ruhe zu verschaffen? Welcher Tagl?hner w?rde unter ?chzen und Schwitzen ein m?hseliges Leben fortschleppen wollen? - - Wenn die Furcht vor etwas nach dem Tode - - wenn dieses unbekannte Land, aus dem noch kein Reisender zur?ck gekommen ist, unsern Willen nicht bet?ubte, und uns richte, lieber die ?bel zu leiden, die wir kennen, als uns freiwillig in andre zu st?rzen, die uns desto furchtbarer scheinen, weil sie uns unbekannt sind. Und so macht das Gewissen uns alle zu Memmen; so entnervet ein blo?er Gedanke die St?rke des nat?rlichen Abscheues vor Schmerz und Elend, und die gr?ssesten Taten, die wichtigsten Entw?rfe werden durch diese einzige Betrachtung in ihrem Lauf gehemmt, und von der Ausf?hrung zur?ckgeschreckt?

Ein erschreckend deutlicher Hinweis darauf, dass der Mensch das Leid und das Elend dieser Welt nur deshalb geduldig ertr?gt, weil er sich vor einer m?glichen jenseitigen Welt f?rchtet. Diese Furcht ist es die ihn abh?lt sich selbst den Tod ? den einzig wahren Schlaf ? zu geben, der Weg von solchen Gedanken zum Opium des Volks ist nicht mehr allzu weit?

In seinen Werken ist der frische Lebenshauch der Renaissance zu sp?ren ? was nicht nur die zahlreiche Verwendung von G?ttern der alten Welt wie Fortuna oder Mars zeigt ? ja die Renaissance ist wirklich eine Wiedergeburt ? die Widergeburt der europ?ischen Kultur nach ?ber tausend Jahren selbstverschuldeter verblendeter Dunkelheit ? und auf die Wiedergeburt von Kunst und Wissenschaft sollte schon bald eine geistige und politische folgen?

Ich wei? das Shakespeares Werke auch anders betrachtet werden k?nnen, es soll Leute geben die ihn als Sympathisant der Katholiken bezeichnen ? zu seiner Zeit ein nicht gerade ungef?hrlicher Vorwurf?

Nur in seinen Werken findet sich nicht was darauf hin deutet, religi?se Themen sind ihm fremd und es gibt in keinem seiner St?cke einen wirklich gl?ubigen Charakter ? niemand handelt dort aus glauben heraus. Seine Figuren bedienen sich in gedankenloser Gleichg?ltigkeit der damals ?blichen religi?sen Sprache, doch es sind nur inhaltsleere Phrasen, in Hamlet spricht nur einmal ein Charakter zu Gott ? Claudius ? aber das auch nicht wirklich, denn er sinniert dar?ber wie er um Vergebung f?r den Mord an seinem Bruder bitten k?nne, obwohl er noch all die Fr?chte der b?sen Tat genie?t ? Krone und die Frau seines Bruders?

Ansonsten schreibt Shakespeare ?ber Liebe, Politik, Rache, Krieg, Verrat, Neid und Eifersucht, seiner Charaktere sind F?rsten, Politiker, Krieger und Schurken?

In Hamlet schreibt er auch etwas ?ber das Theater und sogar seine eigenen St?cke ? Polonius spielte den Caesar auf der Schule (ohne Zweifel ein Bezug an das fr?her erschiene Julius Caesar) und als die Schauspieltruppe eintrifft sinniert Hamlet ? scheinbar im Wahnsinn ? ?ber alle m?glichen Aspekte des Theaters. Das St?ck das Hamlet spielen l?sst um sich Gewissheit ?ber die Anschuldigungen des Geistes gegen Claudius zu ?berzeugen, d?rfte eine feine Anspielung auf den politischen Aspekt des Theaters sein. Da Hamlet hier das Theater benutzt um die Obrigkeit ihrer Verbrechen zu ?berf?hren ? das Theater war schon immer politisch, besonders in der klassischen Antike?

Ansonsten ist Hamlet wie viele von Shakespeares ernsten St?cken ? die Handelten tragen ihre Ansichten, Beweggr?nde und Taten vor und ?berlassen dem Zuschauer die Bewertung des Geschehen, Shakespeare vermeidet es moralisiert oder einseitig zu wirken?

Die Handlung in ein verwinkeltes mit Geheimg?ngen ?bers?tes Schloss im 19. Jahrhundert zu verlegen hat etwas?

In diesem Sinne

?O stolzer Tod, was f?r ein Gastmahl gibst du in deiner h?llischen Grotte, dass du so viele F?rsten mit einem Streich geschlachtet hast.?
11.8.04 21:49


so morgen Nacht kommt Julius Caesar auf ARD ? der Film ist in schwarz-wei? was ihm einen besonderen Zauber verleiht, das Gesehen wirkt mehr wie eine lange vergangene Erinnerung (auch einer der Filme die leider noch nicht auf DVD erschienen sind)?

C?sar: ?La?t wohlbeleibte M?nner um mich sein, Mit glatten K?pfen, und die nachts gut schlafen. Der Cassius dort hat einen hohlen Blick; Er denkt zuviel: die Leute sind gef?hrlich.?

Antonius: ?O f?rchtet den nicht; er ist nicht gef?hrlich, Er ist ein edler Mann und wohlgesinnt.?

C?sar: ?W?r er nur fetter! - Zwar ich f?rcht ihn nicht; Doch w?re Furcht nicht meinem Namen fremd, Ich kenne niemand, den ich eher miede Als diesen hagern Cassius. Er liest viel; Er ist ein gro?er Pr?fer und durchschaut Das Tun der Menschen ganz; er liebt kein Spiel, Wie du, Antonius, h?rt nicht Musik; Er l?chelt selten, und auf solche Weise, Als spott er sein, verachte seinen Geist, Den irgend was zum L?cheln bringen konnte. Und solche M?nner haben nimmer Ruh, Solang die jemand gr??er sehn als sich; Das ist es, was sie so gef?hrlich macht. Ich sag dir eher, was zu f?rchten st?nde, Als was ich f?rchte; ich bin stets doch C?sar. Komm mir zur Rechten, denn dies Ohr ist taub, Und sag mir wahrhaft, was du von ihm denkst. ?

eines meiner Lieblingsst?cke und einer meiner Lieblingsfilme ?ber eine faszinierende Gestallt ? Caesar?

der St?ck schildert die letzten Tage vor dem Ideen des M?rz; und dieses St?ck geh?rt zu den politisch subversivsten die Shakespeare je geschrieben hat und der Film einer der wenigen Filme ?ber die Antike die halbwegs authentisch wirken und weit weg sind vom Sandalenfilm a la Hollywood?

In dem St?ck wird Caesar zwar nicht negativ dargestellt, aber seine Ermordung erscheint auch nicht als schreiendes Unrecht ? Shakespeare verurteilt weder den Herrscher noch seine M?rder die ihn im Namen der Freiheit t?teten?

Cassius tr?gt zwar einige der intriganten Z?ge von Macbeth oder Jago, nur was ihn von diesen ?Schurken? unterscheidet ist, dass er seine Taten nicht begeht um sich einen pers?nlichen Vorteil zu verschaffen, sondern um die Republik und die Freiheit zu retten?

Brutus ist der nachdenkliche beinahe Hamlet-hafte Unentschlossene ? zwar ist er Caesar pers?nlich verbunden, sein Herz schl?gt aber f?r die Republik und so hat Cassius ein leichtes ihn zur Teilnahme am Attentat zu bewegen ? die Reden von Cassius k?nnten ohne weiteres als Aufruf zur Beseitigung der Monarchie gelten ? die im damaligen England zunehmend absolutistische Z?ge annahm?

Allerdings kann ich nicht sagen in wie weit der Dichter das beabsichtigt hat, f?r mich sind Ideale wie Freiheit und Republik selbstverst?ndlich und das zu ihrer Erhaltung Mord und B?rgerkrieg legitim sind eine Selbstverst?ndlichkeit ? wie das jemand sieht der in einer feudalistisch-christlich gepr?gten Gesellschaft aufgewachsen ist, kann ich nicht sagen? nur die Worte und die Dramaturgie sprechen eher f?r das Erstere ? bedenkt man die unausgesprochene Zensur der damaligen Zeit?

Es ist schon seltsam das ein Dichter der sterbenden antiken Welt, die zunehmend in Despotismus und Unterdr?ckung versank, ?ber Cato ? Caesars idealistischen Feind im B?rgerkrieg ? schriebt: ?Die siegreiche Sache gefiel den G?ttern, die besiegt jedoch gefiel dem Cato.?

und ihm ein Dichter der Renaissance durch den Schleier der Zeiten antwortet: ?Nicht durch die Schuld der Sterne, lieber Brutus, durch eigne Schuld nur sind wir Untergebene.?

Bedenke ich den engen zeitlichen Zusammenhang ? Catos Selbstmord in Utica im Jahre 46 v. nach der verlorenen Schlacht von Thapsus und Caesars Ermordung am 15. M?rz 44 v. ? und die Planten tragen die Namen der r?mischen G?tter?

?Gesteht das ein, und Wohltat ist der Tod.
So sind wir C?sars Freunde, die wir ihm
Die Todesfurcht verk?rzten. B?ckt euch, R?mer,
Lasst unsre H?nd in C?sars Blut uns baden
Bis an die Ellenbogen! F?rbt die Schwerter!
So treten wir hinaus bis auf den Markt,
Und, ?berm Haupt die roten Waffen schwingend,
Ruft alle dann: ?Erl?sung! Friede! Freiheit!??

Da ist sie wieder die moralische Subversion?

und wenn Cassius meint:

?B?ckt euch und taucht! In wie entfernter Zeit
Wird man dies hohe Schauspiel wiederholen,
In neuen Zungen und mit fremdem Pomp!?

Auf den ersten Blick ist alles in Ordnung, Cassius meint das man die Ermordung Caesars auch noch in fernen Zeiten im Theater spielen wird ? ganz wie in Shakespeares St?ck? doch nur k?nnte er nicht auch den Tyrannenmord im Namen der Freiheit meinen? Elisabeths Regierungszeit ist nicht gerade arm an versuchten Anschl?gen und Komplotten ? wenn auch aus anderen Gr?nden?

Caesars Nachfolger ? Marc Anton und der junge Oktavian - erscheinen nicht gerade als idealisierte F?rsten, sondern eher als machthungrige Empork?mmlinge?

Bevor das Geschehen endet erscheint Brutus im Feldlager Caesars Geist?

Brutus: ?Wie dunkel brennt die Kerze! - Ha, wer kommt? Ich glaub, es ist die Schw?che meiner Augen, Die diese schreckliche Erscheinung schafft. Sie kommt mir n?her - Bist du irgendwas? Bist du ein Gott, ein Engel oder Teufel, Der starren macht mein Blut, das Haar mir str?ubt? Gib Rede, was du bist.?

Geist: ?Dein b?ser Engel, Brutus.?

Brutus: ?Weswegen kommst du??

Geist: ?Um dir zu sagen, da? du zu Philippi Mich sehn sollst.?

Brutus: ?Gut, ich soll dich wiedersehn??

Geist. ?Ja, zu Philippi. (Verschwindet.)?

Am Ende fallen die Verschw?rer in der Schlacht bei Philippi und Brutus und Cassius begehen Selbstmord?

Brutus: ?O Julius C?sar! Du bist m?chtig noch;
Dein Geist geht um, er ist\'s, der unsre Schwerter
In unser eignes Eingeweide kehrt.?
11.8.04 22:59


Seltsamer Kultfilm?

Irgendwie mehr eine Collage als ein richtiger Film ? zumindest scheint dort sehr viel nebeneinander sich zu entwickeln und die einzige Verbindung zwischen allem ist Donnie Darko?

Ein psychotischer gemeingef?hrlicher verwirrter mit Tabletten voll gepumpter Teenager ? der schwerwiegende emotionale Probleme hat, tief sitzende Probleme, f?r die er professionelle Hilfe ben?tigt ? eine nach au?en heile verlogene konservative Kleinstadt- und Highschoolwelt, ein Mensch/Wesen das in einem bescheuerten Stoffhasenkost?m rum l?uft, eine vom Erfinder mittlerweile selbst widerrufene Zeitreisen/Paralleluniversumtheorie, eine klassisch-kitschige Junge-Trift-M?dchen Geschichte, einige Matrix artige Realit?tsverzehrende Spezialeffekte, ein p?dophilier Motivationsguru und fertig ist der Film?

Die Dialoge scheinen mir nicht immer Sinn zumachen, ganz besonders die mit Donies Therapeutin: ?Ist die Suche nach Gott den so absurd?? ? der Film ist beinahe so absurd und ?berfl?ssig, diese Liebe/Angst Dualit?tslehre der konservativen Motivationsheinis wirkt auch ziemlich schwachsinnig?

Eine Frage bleibt allerdings ? in wie weit ist Donie verr?ckt oder seine Wahrnehmung von den Medikamenten getr?bt und in wie weit sind Hase Frank und diese Zeitreise/Weltuntergangsgeschichte real?

Die einzig positiven Aspekte des Films ist das konstant niedergeschlagen-gest?rte Auftreten des Hauptdarstellers, die sinnlose Zerst?rung und die Darstellung des Schulalltags ? wie im richtigen Leben scheinen die Menschen im Film mehr aneinander vorbei zu reden und zu leben als miteinander?

Ansonsten: die 80ziger Jahre Musik ist schrecklich, die Schuluniformen sehen schrecklich aus und bitte gebt eueren T?chtern niemals Namen wie: Gretchen?
15.8.04 03:09


Seltsamer Kultfilm?

Irgendwie mehr eine Collage als ein richtiger Film ? zumindest scheint dort sehr viel nebeneinander sich zu entwickeln und die einzige Verbindung zwischen allem ist Donnie Darko?

Ein psychotischer gemeingef?hrlicher verwirrter mit Tabletten voll gepumpter Teenager ? der schwerwiegende emotionale Probleme hat, tief sitzende Probleme, f?r die er professionelle Hilfe ben?tigt ? eine nach au?en heile verlogene konservative Kleinstadt- und Highschoolwelt, ein Mensch/Wesen das in einem bescheuerten Stoffhasenkost?m rum l?uft, eine vom Erfinder mittlerweile selbst widerrufene Zeitreisen/Paralleluniversumtheorie, eine klassisch-kitschige Junge-Trift-M?dchen Geschichte, einige Matrix artige Realit?tsverzehrende Spezialeffekte, ein p?dophilier Motivationsguru und fertig ist der Film?

Die Dialoge scheinen mir nicht immer Sinn zumachen, ganz besonders die mit Donies Therapeutin: ?Ist die Suche nach Gott den so absurd?? ? der Film ist beinahe so absurd und ?berfl?ssig, diese Liebe/Angst Dualit?tslehre der konservativen Motivationsheinis wirkt auch ziemlich schwachsinnig?

Eine Frage bleibt allerdings ? in wie weit ist Donie verr?ckt oder seine Wahrnehmung von den Medikamenten getr?bt und in wie weit sind Hase Frank und diese Zeitreise/Weltuntergangsgeschichte real?

Die einzig positiven Aspekte des Films ist das konstant niedergeschlagen-gest?rte Auftreten des Hauptdarstellers, die sinnlose Zerst?rung und die Darstellung des Schulalltags ? wie im richtigen Leben scheinen die Menschen im Film mehr aneinander vorbei zu reden und zu leben als miteinander?

Ansonsten: die 80ziger Jahre Musik ist schrecklich, die Schuluniformen sehen schrecklich aus und bitte gebt eueren T?chtern niemals Namen wie: Gretchen?
15.8.04 03:10


?ber keinen Menschen w?rde so viel und so viel Widerspr?chliches geschrieben, wie ?ber Alexander den Gro?en

(richtig die von Gladiator und Herr der Ringe ausgel?ste Schwertkampf- und Historienfilmwelle rollt munter weiter auf die Kinos zu)

Oliver Stone versucht sich am Leben Alexanders, was zuerst mal viel versprechend klingt, allerdings macht ein guter Regisseur, aus einem guten Thema, noch lange keinen wirklich guten Film ? wie leider Troja gezeigt hat.

Die Verfilmung aus den 50zigern mit Richard Burton als Alexander ist mehr als nur misslungen, Alexander wird nahezu ausschlie?lich positiv dargestellt, seine anderen durchaus fragw?rdigen Taten und Charakterz?ge dagegen (fast) v?llig ignoriert. Leider sind das gerade die Dinge die Alexanders Leben interessant machen ? der Konflikt mit seinem Vater (man k?nnte sogar so weit gehen zu sagen, dass Alexander getan hat was er getan hat um sich seinem Vater zu beweisen, schlie?lich ist das persische Weltreich wesentlich leichter zu erobern als die Hegemonie ?ber die griechischen Staatstaaten zu erk?mpfen), die mehr als nur merkw?rdigen Begleitumst?nde der Ermordung Philipp II., die Belagerung von Tyros und das Hinrichtung der gesamten m?nnlichen Bev?lkerung der Stadt, die erbarmungslose Behandlung all derer die er als Verr?ter betrachtete ? Griechen die auf Seiten der Perser k?mpften, sein grenzenloser Ehrgeiz, der politisch und milit?risch v?llig sinnlose blutige Feldzug in Indien ? wo seine Truppen meuterten und verlangten umzukehren weil sie genug hatten bis ans Ende der Welt zu marschieren, der von Alexander (wahrscheinlich ? als Rache f?r die Meuterei) bewusst angeordnete Todesmarsch durch die W?ste, wobei fast 2/3 seiner Armee umgekommen sein sollen, seine letzten Jahre wo er zunehmend in Alkoholismus und Depressionen verfallen ist ? oder wo er im Rausch seinen besten Freund und Liebhaber t?tet, weil dieser Philipp II. als den gr??ten K?nig aller Zeiten bezeichnet hatte. (ich denke mal das mit dem Liebhaber d?rfte bei dem Budget - ca. 150 Mio. $ - mal wieder weggelassen werden)

Hm jeder Film der Versucht Alexanders Leben auf die Leinwand zu transportieren, d?rfte schon allein am Umfang der Handlung scheitern ? denn k?rzt man wesentliche Teile und Ereignisse wird automatisch das Gesamtbild verf?lscht; obwohl es sowieso davon abh?ngt an welchen Alexander man glauben will ? nach den Quellen ist er mal ein Gott mal der Teufel schlechthin und nat?rlich gib es auch unendlich viele Graut?ne, die wie immer der Wahrheit weit n?her kommen als schwarz und wei?.

Was die Schauspieler anbelangt hat sich noch keiner der Hauptdarsteller schauspielerisch besonders hervor getan, mit Ausnahme von Anthony Hopkins ? der hier (wahrscheinlich) als alter M?rchenonkel Ptolem?us zu sehen sein wird ? zwar gibt es ein Wiedersehen mit Bekannten aus Kids und Fight Club und auch Angelina Jolie (die Alexanders esoterisch veranlagte Mutter spielt) hat in Girl Interrupted gezeigt das sie mehr als nur fantastisch aussehen kann ? allerdings kann kein auch noch so guter Schauspieler einen schlechten Film retten und ob der Darsteller von Alexander gut gew?hlt war m?chte ich bezweifeln?

Auch ja und es gibt auch eine Webseite mit Trailern & Co?

(Link)
29.8.04 19:40


"Es ist so gewiss als ihr Rodrigo seid; w?r\' ich der Mohr, so m?cht ich nicht Jago sein: ist dien ich, das wissen die G?tter! blo? um mir selbst zu dienen, und nicht aus Ergebenheit und Liebe - - ich stelle mich zwar so, aber das hat seine Absichten - - denn wahrhaftig, wenn mein Gesicht, und meine ?u?erlichen Handlungen die wahre innerliche Gestalt meines Herzens zeigten, so w?rde mein Herz in kurzem den Kr?hen zum Futter dienen - - Mein guter Freund, ich bin nicht, was ich scheine."

Othello eines meiner Lieblingsst?cke von Shakespeare, kommt am Donnerstagnacht in der bisher besten Auff?hrung im Fernsehen (auf ARD). Gemeint ist: ?The Tragedy of Othello: The Moor of Venice? ? von Orson Welles aus dem Jahr ?52.

Am Anfang sieht man eine Trauerprozession und wie ein Mann in einen K?fig gesperrt wird und dieser dann an der Stadtmauer aufgeh?ngt wird ? das Ende des St?cks ist der Anfang des Films, was einem erst am Ende so richtig klar wird.

Dadurch, dass der Film in Schwarzwei? ist, wirkt er authentischer ? mehr wie eine Erinnerung, viele Filme mit historischen Themen scheitern nicht zu letzt an ihrer ?berladenen Farbenpracht. Die Rollen sind allesamt eigentlich sehrt gut besetzt und gut gespielt. Regisseur Orson Welles hat sich mit Schuhcreme schwarz angemalt und gibt den etwas naiven rechtschaffenen Feldherrn Othello, der von qu?lenden Zweifeln und rasender Eifersucht innerlich aufgefressen wird ? nach dem Jago ihm glauben machte seine Frau Desdemona w?rde ihn betr?gen. Michael Cassio, der ahnungslose Frauenschwarm der durch eine Intrige von Jago seine Stellung als Leutnant verloren hat und Desdemona bietet bei Othello ein gutes Wort f?r ihn einzulegen, ist ebenso gut gespielt wie die unschuldige Desdemona die aus reiner G?te versucht ihren Mann mit Cassio zu vers?hnen, w?hrend Othello annimmt sie beg?nstige ihren heimlichen Liebhaber.

Man merkt es schon Jago ist der eigentliche Held des St?cks ? der Shakespeare B?sewicht in Vollendung. Wie nahezu alle Schurken in Shakespeares St?cken, legt auch Jago dem Publikum dar welche verruchten Missetaten er begehen wird, was seine Gr?nde daf?r sind und was er damit erreichen will; bei Shakespeare wird man nie davon ?berrascht das ein hinterh?ltiger Verr?ter ohne Vorwarnung zuschl?gt.

Durch die Ank?ndigung und die geheuchelte Ergebenheit und Freundlichkeit ? bekommt alles eine ganz andere F?rbung als durch den pl?tzlichen unerwarteten Verrat, kurz gesagt es f?llt einem sehr schwer Jago zu hassen oder auf ihn w?tend zu sein. Gerade wenn er so brillant gespielt wird wie in diesem Film.

"Ihr werdet in der Welt manchen Dienst-Ergebenen, knie-biegenden Schurken sehen, der unter einer vielj?hrigen treu-eifrigen Dienstbarkeit endlich so grau wird wie seines Herrn Esel, ohne etwas anders davon zu haben, als dass er gef?ttert, und wenn er alt ist gar abgedankt wird. Peitscht mir solche gutherzige Schurken - - Dagegen gibt es andre, die zwar ihr Gesicht meisterlich in pflichtschuldige Falten zu legen wissen, aber ihr Herz hingegen vor aller fremden Zuneigung rein bewahren; die ihren Herren nichts als den ?u?erlichen Schein der Ergebenheit und eines erdichteten Eifers zeigen, aber eben dadurch ihre Sachen am besten machen, und wenn sie ihre Pfeifen geschnitten haben, davon gehen, und ihre eigne Herren sind. Das sind noch Leute die einigen Verstand haben, und ich habe die Ehre einer von ihnen zu sein."

Das St?ck wird in letzter Zeit sehr oft verfilmt ? liegt wohl daran das der tragische Held Othello schwarz ist ? und nicht daran das Othello die anderen St?cke des Dichters ?berragen w?rde. Die M?chtegern toleranten erfreuen sich eben gerne daran sich selbst zu betr?gen.

Zwar k?nnte man sagen das Shakespeare rassistische Gedanken fremd sind, da er einen Schwarzen zum tugendhaften Helden seinen St?ckes macht ? doch in Titus Andronicus (sein erstes St?ck) tritt Aron als klischeehafter abgrundtief schlechter Schwarzer auf ? der allerdings so derma?en ?berzeichnet ist, dass er kaum eine Wirkung entfalten kann wie Richard von Gloucester oder Jago?

Nur Rassismus als solches kommt in dem St?ck eigentlich nicht vor, Jago nennt Othello zwar die ganze Zeit einen Mooren und gibt auch die ein oder andere negative Bemerkung ?ber Othellos Hautfarbe ab, aber es spielt keine Rolle ? Jago tut was er tut aus Ehrgeiz, Machtgier und B?sartigkeit und er ist sich dessen auch bewusst. Ansonsten handelt das St?ck von ?bergro?er Liebe, brennender Eifersucht und Intrigen.

Von den anderen Verfilmungen gef?llt mir eigentlich nur die nicht werkgetreue Version von ?02 ? wo die Handlung modernisiert wird und sich bei der Londoner Polizei abspielt ? Kenneth Branaghs Version von ?95 ist zwar nicht wirklich schlecht, wirkt aber etwas blutleer und lieblos, was denke ich vor allem daran liegt das Kenneth Branagh einfach nicht dazu geschaffen ist Rollen wie Jago zu spielen.

"Fragt mich nichts; was ihr wisst, das wisst ihr; von diesem Augenblick an soll kein Wort mehr aus meinem Munde gehen."
31.8.04 23:01





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