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Sophie Scholl ? die letzten Tage (Achtung: wie immer verrate ich Teile des Inhalts)

Ein sehr beeindruckender und vielseitiger Film ? allerdings verstehe ich manche Kritik an dem Film nicht wirklich. Legt man in einem totalit?ren Staat systemkritische Flugbl?tter aus, so d?rfte man dabei alles andere als gelassen und ruhig sein. Die vom Film musikalisch inszenierte Hochspannung passt daher so gut in diese Szene, dass Ganze als amerikanischen Triller abzustempeln zeugt dagegen nicht gerade von cineastischer Kompetenz.

Was dem Film sehr gut gelungen ist: das farb- und leblose Deutschland der damaligen Zeit einzufangen, die Menschen wirken seltsam farblos, alles wirkt grau, eng und unbehaglich. Von der Kleidung bis zur unheilvollen Stimmung die in der Luft liegt ? die typische Atmosph?re eines totalit?ren Regimes. Erinnert mich auch ein St?ck weit an die Verfilmung von 1984; wo ebenfalls, der Einzelne ? trotz seiner tiefen inneren Ablehnung des Systems, dazu gezwungen ist in der Masse zu schwimmen, die entsprechenden Parolen des Systems mitzugr?len, m?glichst keinen Verdacht auf sich zu ziehen und nicht aufzufallen. Die st?ndige Angst vor Denunzianten und die v?llige Ungewissheit dar?ber wem man vertrauen kann und wem man was erz?hlen kann. All das setzt der Film eigentlich makellos um?

Der Film beginnt damit, dass Sophie begeistert mit ihrer Freundin verbotene Swingmusik im Radio h?rt ? eine Musik wie aus einer anderen Welt: luftig, vor Leben spr?hend und ausgelassen heiter. So ziemlich das exakte Gegenteil der Atmosph?re im Film. Danach begibt sich Sophie unter einem Vorwand zu ihrem Bruder und den anderen Mitgliedern der wei?en Rose um beim Herstellen der Flugbl?tter zu helfen.

Wegen Papiermangels beschlie?en Sophie und ihr Bruder Hans, die restlichen Flugbl?tter an der Uni zu verteilen, da sie keine Umschl?ge mehr haben um die Flugbl?tter anonym zu verschicken. Anfangs scheint es als w?re alles gut gegangen, doch sie wurden von einem regimetreuen Hausmeister beobachtet und angezeigt.

Nun beginnt eigentlich der Hauptteil des Films: das Psychoduell zwischen dem Gestapomann Mohr und der Widerstandsk?mpferin Sophie Scholl. Anfangs streitet Sophie noch alles ab und behauptet unpolitisch zu sein und reinzuf?llig da gewesen zu sein. Als dann aber die ?Beweise? erdr?ckend werden, bekennt sie sich zunehmend offen zum Widerstand und greift mit immer gr??erer Leidenschaft und Selbstbewusstsein das NS-Regime an. Eine der eindrucksvollsten Stellen des Films, der Zuschauer ? der Mohr am liebsten seine grenzenlose Verachtung f?r seine Person und alles wof?r er steht und das ganze Nazireich ins Gesicht schreien m?chte ? ist dort in diesem Raum mit Sophie Scholl. Dem System ausgeliefert, gefangen zwischen dem Verlangen sich diesem System zu widersetzten und der Furch vor den damit verbundenen Konsequenzen. Immer noch hoffend darauf noch einmal mit einem blauen Auge davon zu kommen und den eigenen Idealen, entscheidet sich Sophie Scholl letztendlich f?r ihre Ideale.

Julia Jentsch spielt hervorragend, man hat fast das Gef?hl als w?re sie Sophie Scholl. Auch die Dialoge sind bemerkenswert ? der moderne europ?ische Humanismus tritt gegen die Naziideologie an. Sophie tr?umt von einem geistig erneuerten freien Europa, w?hrend Mohr von der Unfehlbarkeit des Gesetzes und dem Endsieg erz?hlt. Auch bringt Sophie Scholl Teile der NS-Verbrechen zur Sprache, von deren Ausma? sie nur schemenhafte Informationen hat. Was Mohr nat?rlich kalt l?sst, da dieser sowieso der Ansicht ist das Sophie falsch erzogen wurde.

Als n?chstes folgt der Prozess ? Hitlers oberster Marktschreierjurist ? Freisler ? ist von Berlin extra nach M?nchen gekommen um die Mitglieder der wei?en Rose zu verurteilen. Was nun folgt ist ein klassischer Schauprozess; allerdings im Gegensatz zu den stalinistischen Schauprozessen in der Sowjetunion sind die Geschwister Scholl nicht gest?ndig und verteidigen sich mutig gegen die primitiven Beschuldigungen und Beleidigungen des so genannten Richters. Auch f?llt Sophie Scholls ber?hmter Satz: ?Heute stehen sie hier und verurteilen sie uns, morgen werden sie dort stehen wo wir heute stehen.? f?llt hier.

Die Darstellung Freislers schafft es zwar den gewissenlosen Apparatschik des Systems darzustellen, scheitert aber damit diese laut, unertr?gliche Stimme einzufangen.

Das Urteil ist wie zu erwarten war: die Todesstrafe, die noch am Selben Tag vollstreckt wird. Sophie, ihr Bruder Hans und der Mitangeklagte Christof Probst werden sofort nach dem Urteil zur Hinrichtungsst?tte gebracht und wenige Stunden sp?ter hingerichtet. Die Szenen wie sich Sophie von ihren Eltern verabschiedet und wie sie ihren letzten Stunden entgegen geht sind emotional sehr intensiv.

Ein nicht unbedingt sehr fr?hlicher Film, der aber zumindest die Notwendigkeit deutlich macht sich derartigen Systemen zu widersetzen.

Sch?n war vor allem als Sophie sich, wie ein kleines Kind im Gef?ngnis freut, als die Stadt die Stadt bombardiert wird ? und dazu anmerkt; das Ende des Nazisystems sei nah. (ein recht passender Kommentar zu den j?ngsten Versuchen der Neuv?lkischen die Bombenangriffe auf deutsche St?dte f?r sich auszuschlachten)

Das mit dem konfessionellen Widerstand sollte man auch nicht unbedingt ins grenzenlose ?berdehnen ? zwar ist Gott eine feste Gr??e ins Sophies Weltbild. Ihre Gr?nde gegen das System zu k?mpfen sind aber Freiheit, Humanismus, die Sehnsucht nach Frieden der Wusch nach einer geistigen Erneuerung und einem neuen Europa und nicht weniger die Abneigung gegen das Nazireich sowie dessen Methoden und Verbrechen. Mit bibeltreuen Christen, die sich in ihrem Widerstand auf die Bibel berufen, wie etwa die Zeugen, haben wir es hier gl?cklicher Weise nicht zu tun?

Auch die Anschuldigungen, mit dem Film solle Teilen des damaligen Deutschlands eine Art Persilschein ausgestellt werden, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Der Film ist ein Pl?doyer f?r den Widerstand und das eigene Gewissen. Man sieht das auch daran, dass die Geschwister Scholl alleine dastehen; inmitten all der Nazis, Mitl?ufern, Sympathisanten, Pflichterf?llern, Feiglingen, Unpolitischen, willentlichen Unwissenden und Unbeteiligten.

Und wenn am Ende britische Flieger, dass sechste Flugblatt der Wei?en Rose ?ber deutschen St?dten, statt der ?blichen Brand- und Sprengbomben ? und das eine Stimme, f?r alle die es noch nicht wussten, entsprechend kommentieret; so ist dies noch nicht notwendigerweise eine politische Aussage ?ber den Bombenkrieg, sondern vielleicht auch einfach nur so eine Art Epilog zur Wirkung der Wei?en Rose?
5.3.05 23:55


12.3.05 23:45


Zitat des Tages...

"Von zwei Seiten durch die Fremdherrschaft bedroht und in sich zerrissen, war es kaum zu erwarten, da? die ungl?ckliche keltische Nation sich jetzt noch emporraffen und mit eigener Kraft sich erretten werde. Die Zersplitterung und der Untergang in der Zersplitterung war bisher ihre Geschichte; wie sollte eine Nation, die keinen Tag nannte gleich denen von Marathon und Salamis, von Aricia und dem Raudischen Felde, eine Nation, die selbst in ihrer frischen Zeit keinen Versuch gemacht hatte, Massalia mit gesamter Hand zu vernichten, jetzt, da es Abend ward, so furchtbarer Feinde sich erwehren?"
13.3.05 20:13


Das ?moderne? Deutschland ist schon ein merkw?rdiges Gebilde. Seit es vor 150 bis 200 Jahren aus dem Dunkel der Nachwirkungen der napoleonischen ?ra, dem Aufstieg Preu?ens zur Hegemonialmacht in Mitteleuropa und der gescheiterten M?rzrevolution, herauskristallisierte; ben?tigt es immer ein Feindbild etwas zum hassen, dass die Gemeinschaft als Solches definiert. Man k?nnte sogar soweit gehen zu sagen, dass dieser ??u?ere? Feind und die (gemeinschaftliche) Abgrenzung von ihm, die eigentlich gemeinsamen Werte, auf denen (ges?ndere) Gemeinwesen gemeinhin aufbauen, ersetzt.

Seit beginn der staatlichen Einheit und in den Jahren davor gab es immer ein Feindbild, das vor allem die ?ffentliche Wahrnehmung und die gesellschaftlichen Rituale bestimmt hat. L?ste noch die Februarrevolution 1848 in Frankreich unmittelbar die Revolution in den zahlreichen deutschen Staaten aus, so war die ?Erbfeindschaft? gegen?ber Frankreich schon unverzichtbarer Bestandteil der so genannten Reichsgr?ndung 1871. Doch schon bald sollte diese Erbfeindschaft etwas in den Hintergrund treten, denn die nationalistischen Kreise hatten ein neues Feindbild entdeckt: die gerade eben erst formal rechtlich gleichgestellte j?dische Minderheit. Der - auf Nationalismus und Volksgemeinschaftsdenken beruhende - ?moderne? Antisemitismus wurde mit enormer Geschwindigkeit bis in die h?chsten Gesellschaftsschichten hofff?hig. Dumpfe Antisemitische und Antifranz?sische Aussagen, Geisteshaltungen, Witze und Standpunkte geh?rten praktisch zum guten Ton der damaligen Zeit.

Sp?ter nachdem dieses ?moderne? Deutschland scheinbar durch die, von ihm selbst herbeigerufenen D?monen, zugrunde gegangen war ? kam es sp?testens mit den 68zigern in Mode Antiautorit?r und Antideutsch zu sein, was zwar auch nicht unbedingt Sinn macht, aber immerhin als Verbesserung im Vergleich zur Zeit davor erscheint.

Mittlerweile ?ndert sich das wieder, kurz gesagt Deutschland hat endlich wieder ein richtiges Feindbild, ein Feindbild das politisch korrekt ist: Amerika.

In den letzten 5 bis 10 Jahren breitet sich dieses antiamerikanische Denken scheinbar quer durch alle politischen und gesellschaftlichen Gruppen aus. Mit absolut hirnriesigen und l?cherlichen Aussagen zu Amerika wird der gelangweilte Mensch heute benahe t?glich konfrontiert. Irgendetwas Schlechtes ?ber Amerika zu sagen, scheint so normal zu werden wie man sich Guten Tag sagt. Spr?che wie: ?85% Prozent aller Amerikaner sind Analphabeten? oder ?der durchschnittliche Amerikaner spricht eh nur 50 Worte? muss man regelm??ig ertragen und das eigentlich Schlimme dabei: Das Publikum ? denn nur f?r ein Solches sind derartige Auftritte konzipiert ? lacht auch noch dar?ber?

Geduld ist hierbei das wirkliche Problem, sp?testens bei Meinungen wie, die Demokratie w?re in Deutschland tieferer verwurzelt als in den USA, wird man irgendwie m?de und au?er Kopfsch?tteln f?llt einem auch nicht wirkliches etwas dazu ein. Au?er:

Woher kommt dieses Bed?rfnis sich durch derart oberfl?chliche Aussagen, gegen etwas ? in diesem Fall Amerika ? zu profilieren?

Der ?Durchschnittsamerikaner? kann nicht d?mmer sein als der ?Durchschnittsdeutsche?, da dieser schon am Boden der Dummheit angelangt ist?
18.3.05 23:51


Dark City (heute, Pro 7, 0:10) ein etwas unorthodoxer Sciencefictionfilm (was man im Deutschen f?r W?rter basteln kann) ? ist von den Effekten und von der Geschichte vielleicht etwas mit Matrix vergleichbar, allerdings etwas ?lter. Wieder Erwarten war der Film nicht besonders erfolgreich, was ich jetzt nicht wirklich verstehen kann.

Die Geschichte spielt in einer dunkeln Stadt, in der niemals die Sonne scheint. Immer um Mitternacht tauchen seltsame Gestallten, die Fremden genannt, auf und ver?ndern die Erinnerungen und die Umgebung der Menschen. Durch Zufall ist John Murdoch bei dieser ?Pr?gung?, wie der Austausch von Erinnerungen im Film genannt wird, bei Bewusstsein und kann den Fremden entkommen ohne sicher zu wissen wer er eigentlich ist. Die Fremden haben ihm die Erinnerungen eines M?rders gegeben, daher wird er zus?tzlich noch von einem n?chtern-rationalen Inspektor gejagt. Auf der Flucht vor den Fremden begegnet er einem seltsamen Wissenschaftler und entdeckt mehr und die Geheimnisse der Stadt?

Ein Film der klassische Sciencefiction-Verschw?rungselemente mit einigen Fragen zur menschlichen Seele verbindet. Alles in Allem sehr sehenswert?
19.3.05 21:59


Ein paar Gedanken zum verworrenen Seelenleben der ?modernen? Konservativen?

Es erstaunt mich doch immer wieder, wie Vertreter dieser Str?mung so leidenschaftlich sich widersprechende Ansichten vertreten k?nnen. Um das Ganze etwas anschaulicher zu gestallten vergleiche ich mal vier klassische konservative Meinungen miteinander: Krieg und Strebehilfe und Abtreibung und Todesstrafe. - zwar h?ngen die Themen nicht notwendiger weise zusammen, aber das Eine, als moralisch verwerflich, abzulehnen und das Andere, als moralisch gerechtfertig, zu bef?rworten; wirft in dieser Kombination und vor allem in seiner Gleichzeitigkeit doch einige Fragen auf.

Krieg wird gew?hnlich als gerechtfertig betrachtet, allerdings typisch f?r die Konservativen, nur als Mittel zur Erschaffung eines idealen Zustands. Zum Kampf gegen das B?se, f?r eine bessere Welt und so genante ewige Werte der Menschheit. Zwar sind die Gr?nde und Ziele der modernen Kriege ebenso rational und materialistisch, doch die Konservativen h?llen sie immer in hehre Ideale. Sie f?hren Krieg immer nur um die Menschheit zu retten und immer im Namen des jeweiligen gesellschaftlichen Guten.

Was mitunter zu sehr merkw?rdigen Situationen f?r, wenn beispielsweise Politiker die gerne mit blutr?nstigen Despoten zusammenarbeiten und mit jeder Diktatur Handelsvertr?ge abschlie?en, dann auf einmal gegen einen in Ungnade gefallenen Schl?chter die Moralkeule auspacken und gegen Friedenaktivisten und Kritiker argumentieren, man m?sse doch solche schlimmen Tyrannen aufhalten ? notfalls eben mit Gewalt.

Sterbehilfe ? egal ob aktiv oder passiv ? dagegen ist ein rotes Tuch. Kein Mensch darf sein Leben nach eigenem Willen beenden und schon gar nicht mit Hilfe von Dritten. Man sieht also es bereitet den Konservativen keine Probleme Tausende und aber Tausende f?r ihre zweifelhaften Ideale in den Tod zu schicken, aber wehe ein unheilbar kranker Mensch bittet um die Gnade eines erl?senden Todes, um von seinen Schmerzen und seinem Elend befreit zu werden. Dann fahrenden die selbsternannten Moralw?chter auf wie ein Aufgeschreckter Bienenschwarm und setzten, unter dem Motto das Leben ist heilig und Sterbehilfe ist Euthanasie im Sinne der Nazis, alle Heben in Bewegung um das zu verhindern. Verfassungen, Rechtsordnungen und demokratische Grundregeln werden dann auch mal v?llig au?er Acht gelassen.

Kurz gesagt: Durch die Handlungen und Ansichten der Konservativen m?ssen viele Menschen sterben, die gerne leben w?rden, w?hrend die Menschen, die gerne sterben wollen, es nicht d?rfen.

Abtreibung ? wieder so ein konservatives Reizthema, obwohl sie seit Anbeginn der Menschheit soziale Realit?t, in den unterschiedlichsten Formen ist und auch unbeachtet aller Verbote und drakonischer Strafen weiter durchgef?hrt wird, endet der konservative Verdammungs- und Verurteilungssturm dagegen nie. Selbst in (West)Europa und (Nord)Amerika, wo sich die Frauenbewegung nach langen und schweren K?mpfen das Recht auf einen legalen Schwangerschaftsabbruch erk?mpft hat, haben die Konservativen so ihre Probleme damit diese Tatsache zu akzeptieren. Und so tun sie alles um die Uhren der Zeit zur?ck zudrehen, was ihnen vielleicht in den USA auch gelingen k?nnte.

Besonders popul?r dabei scheint wieder die Verteufelung durch Gleichsetzen mit Nazimethoden zu sein, da sie das Euthanasieprogramm schon bei der Sterbehilfe aus dem Hut gezaubert haben, verwenden sie dieses Mal eben den industriellen Massenmord ? Holocaust for short. Abtreibung wird somit als industrieller V?lkermord betrachtet; Grundlage daf?r ist wie immer die Heiligkeit des Lebens. Die groteske Gleichsetzung, die das entfernen einen Zellhaufens, der sich zum Menschen entwickeln wird, mit dem Mord an einem Menschen gleichsetzt, findet regen Anklang ? selbst wenn man auch die fr?hesten Phasen der Schwangerschaft mit einschlie?t. Eine sinnvolle (medizinische) Debatte findet dagegen nicht statt, sowenig wie das Wohl von Frauen und Kindern ber?cksichtigt wird, oder gar nach den sozialen Ursachen f?r die Abtreibung gesucht wird. Das Leben ist heilig und daher darf niemand ?ber Leben und Tod eines Anderen entscheiden, so der wertkonservative Tenor.

Ja mit der lieben Todesstrafe sieht es dagegen anders aus, schon allein als M?glichkeit der kollektiven Rache der Gemeinschaft am Verbrechen beliebt, findet man in vielen konservativen Geistern ?berzeugte Bef?rworter. Und so schicken die Selben Leute die gegen Abtreibung auftreten Menschen in die Gaskammer und auf den elektrischen Stuhl.

Wieder als Res?mee: Die Einzelne darf nicht ?ber Leben und Tod ihres Kindes bestimmen, die Gemeinschaft (der Staat) dagegen den Verbrecher mit dem Tode bestrafen und hinrichten.

Ein sehr logisches Weltbild muss ich sagen und besonders der Versuch missliebige Ansichten und Handlungen, durch die Gleichsetzung mit den Nazis zu d?monisieren wirkt sehr ?berzeugend. Man erinnere sich daran, dass es die Selben Konservativen waren, die den Nazis und Faschisten, in selbstloser Uneigenn?tzigkeit, die Steigb?gel zur Macht gehalten haben.

Dennoch lohnt es sich auf die geistige Grundlage oder Rechtfertigung dieses Verhaltens einzugehen ? hinter der Heiligkeit des Lebens verbirgt sich n?mlich nichts anders als das Christentum, also das genaue Gegenteil jeder Lebensbejahung.

Wobei angemerkt sei, das jede Form von Gewalt (Krieg eingeschlossen) vom Christentum ebenso abgelehnt wird wie das Urteil ?ber andere (die Todesstrafe beispielsweise), dass ja nur Gott zusteht. Daher sind die Konservativen entweder von Vorwurf der geistigen Verwirrung freizusprechen oder sofort wegen Realit?tsverlust in eine Klinik einzuweisen.

Sind sie freizusprechen, so bringt ihnen dies nat?rlich sofort den Vorwurf der gewissenlosen Heuchelei ein ? kann man seine materialistischen Interessen nur mit Hilfe des Christentums durchsetzen sollte man es am Besten gleich sein lassen.

So Kinders und nicht, dass ihr jetzt denkt so was passiert nur in Amerika oder wo anders: Auch hier versuchen die Konservativen die Macht an sich zu reisen ? in Gestallt von bayrischen Hinterw?ldlern in Lederhosen und moralinsauren mecklenburgischen Pfarrerst?chtern.
22.3.05 20:26


Island die nette kleine Inselrepublik hat mal wieder zugeschlagen?

klick
24.3.05 19:35


Ein paar Gedanken zum m?glichen EU-Beitritt der T?rkei und die Zukunft der EU allgemein

Ich denke das Grundproblem hier ist: Was f?r ein Europa m?chte man?

Die Vereinigten Staaten von Europa, wie es Winston Churchill formulierte oder ein Europa der Vaterl?nder, wie es Charles de Gaulle ausdr?ckte? Oder gar nur eine Art Freihandelszone, von der einige EU-Skeptiker in Gro?britannien tr?umen?

Dementsprechend, wird man auch zur T?rkeifrage stehen, will man eine Art Freihandelszone, so wird man den Beitritt von m?glichst vielen Staaten, auch der T?rkei, in sehr kurzer Zeit unterst?tzen. Weil dadurch die EU handlungsunf?hig wird und weder Zeit noch Kraft hat sich zu entwickeln und als Idee eines geeinten Europas sehr schnell sterben wird.

Ich dagegen bin zwischen der Idee einer starken Zentralmacht und eines chaotischen Konglomerats hin und her gerissen.

Einerseits st?rt mich diese Gleichmacherei und Vereinheitlichungswelle aus Br?ssel; Europa besteht nun mal aus vielen historisch gewachsenen Gebilden und Systemen, die eigentlich eher nebeneinander bestehen sollten, als zwanghaft auf einen gemeinsamen Nenner gebracht zu werden. Wobei ich nichts gegen eine Skandinavisierung der EU einzuwenden h?tte.

Anderseits ist nat?rlich der Gedanke eines gro?en, starken und vor allem demokratischen Europas sehr verlockend ? ein, zumal noch friedlich und auf freiwilliger Basis, geeintes Europa.

In jedem Fall ist es wichtig, dass sich die Institutionen in Europa in Ruhe entwickeln k?nnen. Und so eine Eigendynamik entfalten und nicht, durch die rasche Expansion und den Egoismus einzelner Mitglieder, zerrissen werden. Mir ist schon bei der allzu schnellen Expansion nach Osten nicht unbedingt wohl ? in vielem der neuen EU-Mitglieder ist die europ?ische Idee nicht gerade popul?r und daher ist es nicht unbedingt klug L?nder aufzunehmen, in denen ein Gro?teil der Bev?lkerung die EU ablehnt, es ist schon schlimm genug, dass solche Haltungen in einigen Altmitgliedern vorhanden sind.

Wichtig ist auch noch: Eine unbedingte Umsetzung der modernen s?kularen Demokratie und ihrer Werte und Prinzipen ? und gerade in dieser Hinsicht, bleiben bei vielen neuen Mitgliedern und bei denen die es gerne werden wollen erhebliche Fragezeichen. Leider auch in einigen der L?nder, die schon l?nger Mitglied sind ? ohne jetzt Namen nennen zu wollen.

Auch st?rt mich die ?berheblichkeit der t?rkischen Regierung, die meint so etwas wie einen Anspruch auf eine EU-Mitgliedschaft zu haben. Schlie?lich entscheidet eine Gemeinschaft nach einigem Gutd?nken ?ber Aufnahme neuer Mitglieder und zu welchen Bedingungen eine solche Aufnahme erfolgt.
24.3.05 20:53


Heute h?rt sich Eulogy irgendwie noch besser an als sonst, warum das wohl so ist? Egal, auf jeden Fall werden heute zur Feier des Tages mehrere Filmhappen ausgestrahlt.

The Sixth Sense (Sat1; 20:15) ? Ein Kinderpsychiater (Bruce Willis) versucht einem Jungen zu helfen, der ?hnliche Symptome zeigt wie ein Patient dem er vor Jahren nicht helfen konnte. Und der daraufhin Jahre sp?ter ihn und seine Frau ?berfallen hat. Der Junge behauptet die Geister toter Mensche sehen zu k?nnen ? ein ruhiger und gut gemachter Film. Der Spannung ohne gro?artige Schock- und Spezialeffekte erzeugen kann. Und der auch bewei?t, dass der Hauptdarsteller, der sonst fast nur in hirnlosen Actionfilmen auftritt wahrhaft spielen kann ? ?hnlich wie in Terry Gilliams 12 Monkeys.

Auf 3saat dagegen kommt um die Selbe Zeit: Jedermann und danach wird Altmeister Akira Kurosawa mal wieder ein Samuraiblutbad anrichten ? in bester Shakespeare Tradition: Kagemusha - Der Schatten des Kriegers spielt im von Machtk?mpfen zerrissenen feudalen Japan des 16. Jahrhunderts. Feldherr Shingen f?r sein Haus Takeda von Sieg zu Sieg und tr?umt schon davon das Land unter sich, als Shogun, zu vereinen. Allerdings wird er schwer verwundet und befiehlt, dass sollte er sterben ein Doppelg?nger drei Jahre an seiner Statt den Feind ?ber seinen Tod hinweg t?uschen solle. Was einem zum Tode verurteilten Dieb auch gelingt, allerdings identifiziert er sich zunehmend mit der Person des Verstorbenen und kann zwischen der Identit?t des Kriegsf?rsten und seiner eigenen immer schwerer Unterscheiden. Was letztendlich eine Katastrophe her rauf beschw?rt?

Ein Meisterwerk und dennoch nach Angaben des Regisseurs nur eine Kost?mprobe f?r ?Ran? ? Akira Kurosawas Version von King Lear im feudalen Japan.

Neben diesen Happen kommen nat?rlich auch wieder ein paar moralinsaure religi?se M?rchenfilme wie Robocop oder Stirb Langsam. Auch hirnlose Actionfilme wie die 10 Gebote oder das Gewand strapazieren die Geduld des Zuschauers.

Wirklich sch?n wird dieser Tag erst werden, wenn das Leben des Brians an ihm ausgestrahlt wird, um endlich einmal mit diesen kirchlichen L?gen aufzur?umen und die wahre Geschichte zu erz?hlen.
25.3.05 18:17


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