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memento mori

Engel der Armen und andere Wohlt?ter der Menschheit, also namentlich alle diese Mutter Theresas und P?pste, unter denen die Welt zu leiden hat, werden hier selbstverst?ndlich nicht erw?hnt. Da Selbstbetrug und Weltverleugnung keine positiven Eigenschaften sind und daraus selbstverst?ndlich nichts Gutes erwachsen kann.

Heute im Programm: Harald Juhnke ? das Idol der Jugend hat uns verlassen, der letzte echte S?ufer des Showgesch?fts ist nun f?r immer Trocken. Neben seinen Eskapaden und seinem letztendlich erfolglosen Kampf gegen den Teufel Alkohol, verdient Juhnke wegen zwei Filmen erw?hnt zu werden:

Der Hauptmann von K?penick (?97) ? eine durch und durch gelungene Verfilmung mit Juhnke als vorbestrafter Schuster Wilhelm Voigt, der in dem Irrwitz der preu?ischen B?rokratie gefangen war. Ohne Ausweis keine Arbeit, ohne Arbeit keinen Ausweis. Nach einigem hin und her und vergeblichen Versuchen sich einen Pass illegal zu besuchen, wird Voigt ein weiteres Mal eingesperrt. Als er entlassen wird, verkleidet er sich als preu?ischer Hauptmann, gabelt ein paar Soldaten von der Stra?e auf, um mit ihnen das Rathaus in K?penick zu st?rmen. Wo er den B?rgermeister verhaften l?sst und sich mit der Stadtkasse aus dem Staub macht, sein Hauptziel aber endlich einen Pass zu erhalten schl?gt fehl. Sp?ter stellt er sich der Polizei und wird vom Kaiser begnadigt ? nach dem gleichnamigen St?ck von Carl Zuckmayer.

Was diese Version sehenswert macht ist Atmosph?re aus K?lte, gesellschaftlicher Stagnation und der hoffnungslosen Tristes der Arbeiterviertel im Berlin um 1900, kombiniert mit der ausweglosen Situation des Schusters Voigt, dem nach der Haft kein Weg zur?ck in die Gesellschaft offen steht, der faktisch keine M?glichkeit hat sich dem Kreislauf aus Kriminalit?t und Gef?ngnis zu entziehen - von Juhnke mit gro?er ?berzeugungskraft und Ernsthaftigkeit dargestellt.

In diesen Punkten unterscheidet sich Juhnke Version sehr deutlich von der Version mit dem v?lkischen Schwiegersohn-Kom?dianten, dessen weich gezeichnete heitere Darbietung, des eigentlich bitter-tragischen St?cks nahezu perfekt auf den geistlosen Tunnelblick von Adenauers Wirtschaftswunderland ausgerichtet ist.

Der Papagei (?92) ? der heruntergekommene Schauspieler Did, der sich als Stra?enverk?ufer ?ber Wasser h?lt, wird von einem PR-Berater zum Spitzenkandidaten einer rechtsextremen Partei aufgebaut. Nach anf?nglichen Erfolgen ekelt sich Did immer mehr vor dem brauen Gedankengut und spielt mit dem Gedanken auszusteigen. Es gelingt ihm sogar brisantes Material ?ber die wirtschaftlichen Interessen der Geldgeber hinter der Partei zu sammeln?

Ein sarkastischer Blick hinter die Kulissen am politischen rechten Rand. Auch hier wirkt Juhnkes Charakter h?chst glaubw?rdig. Gerade die heile bayrische Hinterwelt erscheint mehr als nur erschreckend real ? als Did, am Ende, betrunken wie immer Auto f?hrt und einen Unfall baut. Erkennen die hinzugekommenen Polizisten in ihm den rechtsradikalen Spitzenkandidaten und raten ihm die Polizisten er m?ge doch bitte das Auto stehen lassen, nat?rlich vergessen sie nicht auch ihre Freude ?ber das gute Abschneiden seiner Partei auszudr?cken ? damit alles so bleibt wie es ist.

1.4.05 18:22


Der Kaiser und sein Attent?ter (heute auf 3sat um 22:25)

Ein eindrucksvoller Blick in das alte China um das Jahr 230 v (ihr wisst schon wem) ? als Zeit der streitenden Reiche bekannt ? sieben K?nigreiche k?mpfen seit Jahrhunderten um die Vorherrschaft im chinesischen Raum. Unter K?nig Ying Zheng erk?mpft sich das Reich Qin zunehmend die Vorherrschaft und vernichtet ein Reich nach dem anderen. Ying Zheng ist davon bestrebt alles unter dem Himmel zu vereinen ? wie es im Film so sch?n hei?t.

Um einen Vorwand f?r den Angriff auf ein weiteres Nachbark?nigreich zu haben, beauftragt er seine Konkubine Lady Zhao ein Attentat auf ihn zu fingieren. Nachdem Ying Zheng jedoch deren Heimatland Zhao erobern und verw?sten l?sst, beschie?t seine Konkubine ihn durch ein echtes Attentat zu beseitigen.

Der Film geh?rt zu den realistischen Historienfilmen, da er nicht nur durch monumentale Szenen und Kulissen die Dimensionen des Geschehens deutlich macht, sondern auch was Methoden und Vorgehensweisen der damaligen Zeit authentisch ist. Der Krieg wird als entsprechend total und grausam dargestellt, so wie in den zeitgen?ssischen Quellen und gem?? der Geschichtsforschung. Merkt man sp?ter bei der Belagerung der Hauptstadt von Zhaos Heimatland.

Auch ist der Film durch die pers?nlichen Abgr?nde und Konflikte der Hauptakteure interessant, da diese ?u?erst menschlich dargestellt werden, besonders die Intrigen und Verschw?rungen am Hof von Qin.

Alles in Allem ein ?beraus sehenswerter Film aus dem Reich der Mitte, wer allerdings auf Kung-Fu Akrobatik und dergleichen hofft, der wird hier bitterlich entt?uscht werden.
1.4.05 21:43


Ein Loblied auf das Heidentum

Die heidnischen und polytheistischen Religionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf das Diesseits, das hier und heute und auf die reale Welt ausgerichtet sind. Allerdings sollte bedacht werden, dass sich jede Form des Polytheismus um ein eigenes System handelt ? ich beziehe mich mit Heidentum ?berwiegend auf die Religion der Griechen und R?mer. Daher unterscheidet sich das Ganze in einigen Punkten sehr stark von einander. Gegenstand der polytheistischen G?tter, Sagen und Mythen ist das wirkliche Leben mit allen seinen Aspekten. So finden sich in den G?ttern alles wieder was das Leben der Menschen bestimmt, angefangen von der m?nnlichen Vater- und Herrscherfigur und samt weiblichem Gegenst?ck, bis hin zu Krieg, Kunst, Handwerk, Handel, Gesundheit, Liebe und Gl?ck ? das heidnische G?tter Pantheon spiegelt die Vielfachheit und die Widerspr?chlichkeit der in der Welt vorhandenen und wirkenden Kr?fte wieder.

Hinzukommt noch eine logische Ritual- und Opferpraxis; im Polytheismus ist Sexualit?t etwas G?ttliches, etwas Heiliges ? das eine zentrale Rolle in den kultischen Handlungen und auch in der Mythologie selbst spielt. Der Vorgang der Zeugung ? also die Vereinigung zweier Wesen zur Erschaffung eines neuen Wesens ? spielt hier eine entscheidende Rolle, in der griechischen Mythologie beispielsweise wird seit Anbeginn gezeugt und geboren. Hier erkennen die alten Religionen das zentrale Wunder des Lebens, die immer vorwehrende Erschaffung des Neuen, des Anderen. Was auch dazu f?hrt, dass die Dinge als im Werden, im Fluss befindlich erkannt werden ? die G?tter sind keinesfalls unverg?nglich und st?rzten ihre Eltern, ebenso wie sie von ihren Kindern einmal gest?rzt werden sollen. Findet man in der griechischen, ebenso wie in der germanischen Mythologie ? die ber?hmte G?tterd?mmerung.

Auch der gemeinschaftliche Charakter der Opferhandlungen und der Rituale, die weit eher f?r die Opfernden gedacht waren als f?r die G?tter ? christliche Agitatoren zeigen ihr Unwissen zuweilen dadurch, dass sie behaupten: was f?r schlimme G?tter m?ssen das gewesen sein, die st?ndig ein Opfer haben wollen; vergessen dabei allerdings allzu leichtfertig, dass die Opfergesellschaft sich an dem geopferten Speisen und Tr?nken, stellvertretend f?r die G?tter sozusagen, selbst labte ? sprich hier ist der Gottesdienst eine Huldigung an die eigenen Tugenden und eine Lobpreisung der Welt und des Lebens.

Die Anteilung der Welt in Gut und B?se, wie sie in der modernen Welt vorkommt, mit all ihren moralisierenden und moralinsauren Folgen, ist dem Heidentum ebenfalls fremd; der Mensch und der Gott sind weder immer schlecht, noch immer Gott ? hier z?rnen, lieben, hassen und betr?gen die G?tter und die Menschen; jene gegens?tzlichen Begriffe - der Gott als der unfehlbare Gute der strafft und richtet nach strengen Geboten und der Mensch als fehlerhafter armer S?nder, der sich st?ndig verf?hren l?sst und daf?r Bu?e tun muss ?existieren hier nicht. Daher ist eine Vers?hnung und Beschwichtigung der G?tter hier auch ohne weiteres m?glich, sowenig wie von einer idealen Utopie, welche man durch strikte Befolgung der g?ttlichen Gebote erreichen k?nne, die rede ist.

Des Weiteren ist das v?llige fehlen klarer Dogmen, heiliger Schriften und restriktiver Regeln eine sehr bewundernswerte Eigenschaft der polytheistischen Religion; die hier geltenden g?ttlichen Regeln sind kaum mehr als die ?blichen Richtlinien f?r ein halbwegs friedliches Zusammenleben in einer Gemeinschaft. Ebendarum, weil die heidnische Religion eins ist mit dem Leben, gibt es in ihr keinen Weg, keinen Sinn denn man suchen oder finden kann, keine Erl?sdung und auch keine Erleuchtung ? weil der Mensch bereits erleuchtet ist. Daher fehlen auch die Begriffe wahr und falsch, und niemand st?rt sich an der gewachsenen, aus vielen G?tter, Mythen und Vorstellungen, gewebten Religion. Denn nur wo es einen Weg gibt, kann es auch einen Irrweg geben. Religionsstreitigkeiten und Kriege, im modernen Sinn, finden hier nicht statt ? die R?mer gingen sogar so weit, die Schutzg?tter ihrer Feinde anzurufen und ihnen einen Patz in ihrem Pantheon im Austausch f?r Hilfe und Wohlwollen anzubieten ? zwar werden sehr oft mit einem Feind auch dessen G?tter bek?mpft. Dies geschieht jedoch nicht aus religi?sen Eifer und dem Bestreben den falschen Glauben durch den Wahren zu ersetzten, sondern man bek?mpft die G?ttes des Feindes weil diese dessen Spiegelbild und Abstraktionen sind.

Diese Haltung f?hrt zu einen nie da gewesen Toleranz gegen ?ber anderen (fremden) Kulten und deren G?ttern ? im heidnischen G?tterhimmel ist f?r viele G?tter platz, weshalb die verschiedenen Kulturen sich auch im st?ndigen Austausch was Mythen und G?tterbilder anbelangt befanden.

Ein rationales Verh?ltnis zu Leben und Streben ? viele polytheistische Religionen neigen dazu ihre Toten zu verbrennen und diese relativ schlicht zu bestatten. W?hrend viele kindliche Religionen, das Leben als Vorstufe zum Jenseits oder gar dessen Fortsetzung ansehen. Sind hier die Jenseitsvorstellungen wage und eher dichterischer Natur ? Unter wie der von Schatten bewohnte Hades, mit seinem Tartarus und Elysium, entfalteten kaum eine Jenseits fixierte Wirkung. Zu derartig absurden Ausw?chsen wie dem Errichten riesiger Grabst?tten und der prunkvollen Ausstattung von Gr?bern f?r ein Fortleben im Jenseits, kommt es eher bei den vorheidnischen Naturreligionen oder wenn das Heidentum mit anderen Gedanken durchmischt ist. Im Gegensatz hierzu geht selbst das bibeltreue Christentum von einer k?rperlichen Auferstehung aus. Die Zerst?rung des Leichmanns ist im Christenrum eine schwere Freveltat ? obwohl die Leichenverbrennung schon allein, im Hinblick auf Hygiene und Seuchengefahr als notwendig erscheint.

Das Toten Gedenken dient eher zur Erinnerung an den Verstorbenen, als der Sorge um dessen Wohlleben in einer jenseitigen Welt ? wieder sind es die R?mer, die hier mit Konsequenz den Gedanken zu Ende f?hrten und so den Schl?ssel zur einzig m?glichen Form der Unsterblichkeit fanden: das Weiterleben in den Erinnerungen und Gedanken der Nachwelt ? memento mori?

Ahnekult in heidnischen Kulturen ein sehr weit verbreitet und durchaus Identit?tsstiftender Natur ? in der kultischen Verehrung der Ahnen, der Beherzigung ihrer Werte und Lebensweise dr?ckt sich die Erkenntnis aus Teil einer Familienkette zu sein und nicht nur Ende und Anfang. Der Mensch ist Teil einer Geschlechterfolge die sich durch den Lauf der Zeiten bewegt, der Geniestreich des Lebens seine Endlichkeit durch Zeugung neuen Lebens zu ?berwinden. Das hier leider v?llig verlorene Ahnenbewusstsein, bringt dem Menschen zwei wesentliche Erkenntnisse: Alles was er ist, wie er ist und das er ?berhaupt ist verdankt er den Menschen die vor ihm lebten und durch ihre Handlungen ihn erm?glichten zu leben. Was im Umkehrschluss auch hei?t, dass man selbst Verantwortung f?r die zuk?nftigen Generationen tr?gt ? solche Gedanken k?nnten heilsam sein, gegen den kurzsichtigen und gedankenlosen Egoismus der Moderne. Wie tief diese Verbundenheit mit den Vorfahren ging zeigt hier das Beispiel einen vornehmen germanischen Adligen, der als ein christlicher Missionar ihm erkl?rte seine Ahnen seinen auf ewig verdammt, erkl?rte: er wolle eher mit seinen Ahnen in der H?lle schmoren, als ohne sie im Paradies zu leben. F?r das Christentum spielen die Vorfahren keine Rolle, der Mensch ist ein Kind Gottes und kommt ohne etwas mitzubringen in die Welt und verl?sst diese auch wieder ohne etwas mitnehme zu k?nnen ? diese nihilistische L?ge ist durch st?ndiges Wiederholen fast zur Wahrheit geworden und blendet ganz bewusst die Tatsache aus, dass die Handlungen und Taten eines Menschen in der Welt nachwirken und der Mensch nicht mit Nichts in die Welt kommt, sondern das Leben und damit die genetisch gespeicherten Erfahrungen und Entwicklungen von Millionen Jahren mitbringt. Also der Mensch schon mit ?berreichtum geboren wird?

Die vornehme heidnische Symbolik, das Heidentum w?hlt sich die st?rksten und sch?nsten Gesch?pfe als heilige Tiere der G?tter aus und nicht seine zahmen Haustiere ? mit Ausnahme des Pferdes, dass seine Verehrung im germanischen Kulturkreis wahrscheinlich, seiner kriegerischen Verwendung verdankt und der Katze, wegen ihrer segensreichen Gabe, M?use und Ratten von den Kornkammern fern zu halten ? findet man hier Adler, Falke, L?we, Eule, Schlage, Wolf, Stier und sogar den Geier als Symboltiere der G?tter; nun denke man sich die heiligen Tiere des Christentums dagegen: Schaf, Esel und Taube ? und mehr noch die verdammten Tiere: Die Katze im alten ?gypten eine Gottheit, wird das eigenwillige Raubtier nun als Tier des Teufels und der Hexerei verdammt, dass Ungl?ck bringt; Der Wolf einst stolzes Wappentier der r?mischen Republik das die Stadtgr?nder aufzog, ist nun zur Verk?rperung allen B?sen geworden, kaum ein Tier wurde so verdammt und verfolgt wie der Wolf im christlich gewordenen Europa; Die Schlage einst Verk?rperung des R?tselhaften und im alten Griechenland Symbol der Heilkunde, wurde zur Verk?rperung des B?sen schlechthin. Ein vornehmes Wesen l?sst sich also beim Heidentum, was die Wahl seiner ?sthetik betrifft, nicht leugnen.

Neben den restlichen unz?hligen Vorteilen des Heidentums, erw?hne ich nur noch einen der Wichtigsten: Seine Nat?rlichkeit ? der Polytheismus ist immer die Religion einer Gesellschaft, die sich ?ber Sprache, Kultur, Geographie und Geschichte definiert. Folglich ist auch ihre Religion mit der Gesellschaft gewachsen und ver?ndert sich mit diesen, daher passt auch die heidnische Religion zu den Menschen die sie erschaffen haben, Probleme mit der D?monisierung des Sexualtriebs sind hier so fremd wie lebensfremde Dogmen. Religion stellt hier keine gesellschaftliche Aufgabe dar, sondern ist nur eine Art Lebensbegleiter ? an dem man mehr oder weniger teilhaben kann.

Grunds?tzlich erhaben die Menschen durch die Religion ein Spiegelbild ihrer Selbst zu G?ttern, in ihren G?ttern verehren sie ihre eigenen Tugenden und Charakterz?ge. Daher ergibt die Kombination aus Mensch und Umgebung zahlreiche einzigartige G?tterwelten.

Bei den R?mern findet sich das Gemeinwesen, der Staat ? das so sehr das Leben der Menschen bestimmte, die R?mer sind eine politische und staatsm?nnische Nation schlecht - in dem Hauptgott Jovis, als patriarchalische Figur wieder. Der sp?tere Jupiter entspricht hier v?llig dem Patron in der Familie, der nahezu uneingeschr?nkte Verf?gungsgewalt ?ber die Familienangeh?rigen hatte. Daneben behauptet sich Mars ? der blutige Gott des Kriegs ? als der wichtigste Gott des alten Italiens, was nicht nur auf die kriegerischen Zeiten, sonder auch auf ein gewisses milit?risches Denken und Streben in den damaligen Menschen selbst zu erkl?ren ist. Andere G?ttergestallten wie die der Concordia (Eintracht) verdeutlichen diesen funktionalen Charakter der G?tter.

Man sollte sich hier auch nicht t?uschen lassen ? die urspr?ngliche r?mische Religion wurde im dritten und zweiten Jahrhundert der falschen Zeitrechnung hellenisiert, soll hei?en die G?tter erhielten menschliche Z?ge, wobei sie eigentlich kaum mehr als die Verk?rperung abstrakter Begriffe waren ? den Unterschied zwischen dem Krieg und dem Kriegsgott Mars sucht man ebenso vergebens wie den Zwischen dem Gl?ck und der Lauenhaften Gl?cksg?ttin Fortuna.

Die griechische G?tterwelt stellt dagegen das Gegenteil der R?mischen, mit ihren gestaltlosen G?ttern, dar ? hier ist alles plastisch und k?rperlich, die G?tter sind vollkommen menschlich und in ihren Wesenz?gen gleichen sie ihren Sch?pfern. In der Mythologie findet sich die Selbe innere Zerstrittenheit und das kreative Chaos, wie in der Geschichte des Griechentums.

Der Grad der Zivilisation spielt hier eine gewisse Rolle, in dem Grad in dem der Mensch noch Teil der Natur oder sein Dasein einzig und allein vom ?Wohlwollen? der Naturkr?fte anh?ngt, spiegelt sich auch die Ausrichtung des Heidentums wieder. So gruppiert sich die keltische Religion sehr viel st?rker um die Sonnenwenden und denn damit verbundenen Zyklus von Geburt (Fr?hjahr) und Tod (Winter), w?hrend die ?gyptische Mythologie sich sehr stark auf die zyklisch wiederkehrende und Lebens spendende Nil?berschwemmung bezieht.

Der Animismus und die Naturreligionen lassen sich nicht wirklich mit Logik und den Begriffen der Zivilisation erkl?ren, da der Mensch zu dieser Welt den Zugang verloren hat ? ebenso ist zu beachten, dass man es hier zum Teil mit verwirrenden, sich widersprechenden und unlogischen Mythen und Aussagen zu tun.

So doch nun genug der Lobpreisungen, Halbwahrheiten und bewussten L?gen?
17.4.05 17:24


(wieder einmal konnte ich nicht widerstehen und musste ein Zitat stehlen)

Am Dienstag nachmittag sah ich folgendes im Fernsehen: einen eigenartig gestikulierenden Achtundsiebzigj?hrigen auf einem Balkon. Er trug ein seltsames Gewand, l?chelte selig und sagte, sein Name sei jetzt Benedikt. Er behauptete, der Stellvertreter Gottes auf Erden zu sein.

Der Rest
24.4.05 12:02


Maria voll der Gnaden

Drogenfilme sind entweder eine moralinsaure Zumutung verbunden mit der Kultivierung aller m?glichen Klischees und Vorurteile, oder aber sie sind wie Trainspotting oder Fear and Loathing in Las Vegas nicht wirklich ernst zu nehmen, was das Thema Drogen als solches betrifft. Erstzunehmende Filme die sich ohne ideologische Scheuklappen mit der Problematik auseinandersetzten haben Seltenheitswert. Maria voll der Gnaden ist einer von ihnen.

Erz?hl wird die Geschichte von Maria, einem 17-J?hrigen M?dchen aus Kolumbien, dass auf einer Rosenplantage im Akkord ausgebeutet wird, zuhause von ihrer doofen gro?en Schwester genervt wird und mit einer Null von Freund zusammen ist. Als sie w?tend ?ber die schlechte Behandlung ihren Job k?ndigt und zu allem ?berfluss auch noch, von diesem Versager von Freund, schwanger ist. Entschlie?t sie sich ?ber einen zwielichtigen Bekannten als Maultier bei der Drogenmafia anzuheuern und Drogen in ihrem Magen in die USA zu schmuggeln.

Der Film beginnt mit einer glaubw?rdigen Anbildung des Alltags in einer kolumbianischen Kleinstadt und des s?damerikanischen Lebensgef?hls, gepaart mit Perspektivlosigkeit und Armut. Daher wirken die 5000 US-$ die Maria f?r ihre gef?hrliche Schmugglert?tigkeit versprochen werden, wie eine Fahrkarte zu einem besseren Leben.

Die Drogenschmuggler, anfangs noch als gutherzige Ehrenm?nner dargestellt, die niemanden zu etwas zwingen wollen, lassen nach und nach ihre Masken fallen, neben den ?blichen Drohungen, dass man die Familie des Maultiers besuchen wird, sollten die Drogen verschwinden. Wird schon allein durch die Namensgebung f?r die Kuriere klar, dass diese nur als Mittel zum Zweck betrachtet werden und deren Schicksal den Auftraggebern v?llig egal ist.

In den USA angelangt ist es endg?ltig vorbei mit der Schmugglerromanze, der Film versteht sich als Pl?doyer f?r eine differenzierte Sichtweise, in der Gut und B?se verwischen und sich der geneigte Zuschauer fragt, warum diese Kuriere, die eigentlich Opfer ihrer Armut sind, in den westlichen L?ndern so hart bestraft werden, obwohl es keinen Sinn hat, da es in den armen L?ndern unendlich Nachschub f?r die Drogenbanden gibt. Dieser Film zeigt auch wie sinnlos der konventionelle Kampf gegen die Drogen im Grunde genommen ist ? gerade die US-Drogenfahndung bekleckert sich hier wirklich nicht mit Ruhm, im Film zumindest.

Wie schon gesagt ein ?berw?ltigender Film, der mehr beklemmt und ersch?ttert als unterh?lt. Szenen, wie die wo Maria 60 Drogenp?ckchen in sich reinstopfen muss oder im Flugzeug aufs Klo muss, hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

30.4.05 22:10


Der Kaufmann von Venedig oder Drei Hochzeiten und eine Taufe von William Shakespeare hat nun endlich die hiesigen Kinos erreicht?

Nun ja herausgekommen ist ein etwas steifes Sittengem?lde, das den Hintergrund f?r das St?ck bildet ? man k?nnte sagen zu viel Kulisse und Film und zu wenig Schauspiel und Theater um der Gro?e Wurf zu sein.

Die Geschichte des St?cks besteht aus zwei Teilen, der Konflikt zwischen dem gutherzigen Kaufmann Antonio und dem hartherzigen Geldverleiher Shylock ? beide Figuren k?nnte man als Verk?rperung des Konflikts zwischen der christlichen Mehrheit und der j?dischen Minderheit betrachten. Trotz des ungewohnt religi?sen Themas erspart uns der Dichter auch hier wirklich gl?ubige Figuren.

Der andere Teil besteht aus den ?blichen Wirrungen und Irrungen, die einer gl?cklichen Liebesheirat nun mal vor raus gehen. Im Zentrum steht die reiche Erbin Portia, f?r die ihr Vater ein ganz besonders Brautritual ersonnen hat. Die Freier m?ssen eines aus drei K?stchen ? einem Goldenen, einem Silbernen und einem Bleiernen ? ausw?hlen, und sollte sich darin Portias Bild befinden, so d?rfen sie Portia heiraten. Wie das nun mal bei Reichtum so ist, zieht dieser jede Menge Zumutungen in M?nnergestalt an, Mutters?hnchen, Aufschneider und andere Schreckgestallten ? man f?hlt mit Portia und hofft, dass diese Freier das falsche K?stchen w?hlen.

Bassanio dagegen w?re nach Portias Geschmack, leider ist der venezianische Edelmann v?llig bankrott und muss sich wieder einmal bei seinem Freund Antonio Geld leihen, da dieser keine hat muss er einen Kredit bei dem Geldverleiher Shylock aufnehmen um die 3000 Dukaten zu erhalten, damit er Standesgem?? Portia den Hof machen kann.

Shylock geht widerwillig auf das Gesch?ft ein und m?chte als Pfand, wenn der Schuldschein verf?llt, ein Pfund Fleisch von Antonios K?rper schneiden d?rfen. Gegen den Willen von Bassanio akzeptiert Antonio diese Bedingung.

Kleine Nebenhandlungen, stellen die Romanzen zwischen Bassanios Freunden Lorenzo und Jessica (Shylocks Tochter) und Gratiano und Nerissa (Portias Kammerdienerin) dar. Launcelot Gobbo f?llt, als vulg?rer Clown, weitgehend den K?rzungen zum Opfer.

Nat?rlich scheinen Antonios Schiffe verloren zu sein und somit ist er nicht in der Lage Shylock sein Geld zur?ck zu zahlen, daraufhin l?sst dieser ihn einkerkern und verlangt von den Gerichten Venedigs ihm sein Recht zu verschaffen. Es kommt zum dramatischen Prozess, wo Shylock, mit den unangenehmen Nebenwirkungen des Rechts und der Juristerei auftaucht, da der Doge einen Doktor Juris hinzu rufen l?sst um die verzwickte Rechtslage zu kl?ren.

Shylock wird verk?rpert von Al Pacino, den man nicht wieder erkennt und der als einziger dem Film Leidenschaft und Feuer einhaucht. Seine Figur wird allerdings, anders als im St?ck, nicht als hartherziger verbitterter alter Mann, der Antonio nach dem Leben trachtet, sondern eher als Getriebener, der sich an Antonio eher aus Verzweiflung r?chen will. Pacino spielt Shylock sehr emotional und die Figur, sonst einfach nur der B?sewicht ?ber dessen Schaden der Zuschauer sich mit Gratiano freut. Hier wirken sich die K?rzungen der Dialoge zwischen Shylock und Antonio, sowie Teilen der Gerichtsverhandlung und der Versuche Shylock zum Einlenken zu bringen, sehr negativ aus, da dass St?ck so weite Teile seiner Tiefe verliert.

Jeremy Irons als Antonio wirkt sehr blass im Vergleich zu Shylock. Bassanio, gespielt von Joseph Fiennes, reist den Zuschauer ebenfalls nicht besonders mit ? zwar sind die Darbietungen, nicht unbedingt schlecht, aber sie wirken zu statisch und zu steif, f?r den Stoff.

Positiv f?llt Lynn Collins in der Rolle der reichen Erbin Portia auf, zugegeben es liegt viel an der Rolle - eine starke unabh?ngige Frauengestalt. So gelingt es ihr die gebildete und kluge Erbin von Belmont ?berzeugend zu verk?rpern.

Auch bemerkenswert ist die Darbietung von Zuleikha Robinson, welche als Jessica ihren Vater Shylock verl?sst, zum Christentum ?bertrifft und Lorenzo heiratet.

Wie schon gesagt: Der Film ver?ndert das St?ck etwas, so sieht man am Anfang wie katholische Eifer gegen die Juden hetzten, weil diese Geld gegen Zinsen verleihen ? schwere S?nde im Christentum, gegen welche die Kirche, ohne jeden Erfolg, tats?chlich im Mittelalter zu Felde zog, was dazu f?hrte, dass Juden sich bevorzugt als Geldverleiher bet?tigten, da ihnen das Zinsen nehmen erlaubt war. Auch sind die Strassen Venedigs von zahlreichen Huren bev?lkert, die ihre Reize auch offen zur Schau stellen. Zwar ist die umfangreiche Prostitution historisch weitgehend belegt, aber diese wird bei Shakespeare gew?hnlich entweder nicht beachtet oder allenfalls am Rande erw?hnt und angedeutet.

Kost?me und Musik, sowie die Kulisse sind die gro?en Pluspunkte des Films, k?nnen aber leider nicht ?ber die doch recht magere Gesamtdarbietung hinwegt?uschen ? f?r eine Shakespeare Verfilmung ganz nett und sicher auch sehenswert, aber es eben ist nicht Richard III, Julius Caesar, Henry V, Ran oder Hamlet. Zugegeben liegt vielleicht auch etwas am St?ck, dass trotz des Konfliktes zwischen Antonio und Shylock eben doch nur eine romantische Kom?die bleibt.

(Shakespeare sollte weder gek?rzt noch ?bersetzt werden.)
30.4.05 22:12





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