It's only after we've lost everything that we are free to do anything...

  Startseite
  Über...
  Archiv
  God is in the TV
  Shakespeare
  Webwelt
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Laibach
   12 Monkeys
   Zwobot
   Nine Inch Nails
   Blade Runner
   Tool
   Fight Club
   Nirvana



http://myblog.de/nevermind81

Gratis bloggen bei
myblog.de





Wahl 2005 – Aftermath

Garniert mit einem Hauch Antiamerikanismus und den ?blich christlich-wertkonservativen L?gen, schie?en sich die weniger asozialen Elemente auf die zuk?nftige Ex-Kanzlerkandidatin ein?

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,377672,00.html

Die alte Angst der Konservativen, zu einem christlichen Zerrbild der FDP zu degenerieren, macht sich bemerkbar ? f?r die wahrscheinliche gro?e Koalition kein unbedingt schlechtes Zeichen?
1.10.05 17:38


Die (neue) bräunliche Flut...

Die "neuen Rechten" ? Es ist ein Ph?nomen, das sich durch alle Lebensbereiche zieht?

Lange kursierte es in den Medien, doch die strammen v?lkischen Jung-Altnazis und ihre kahl rasierten Schl?gertrupps haben Gesellschaft bekommen: Die "neuen Rechten". Wirklich klar definierbar und abgrenzbar ist dieses Ph?nomen nicht. Manchmal werden Neo-Faschisten, wie Le Pen ? der gerne das Vichy-Regime verherrlicht und mit der NS-Besatzungszeit kuscheln m?chte - oder die Post-Faschisten in Italien ? welche Mussolini gerne, als Hitlers erstes Opfer, reinwaschen m?chten ? genannt. Ich m?chte den Begriff gerne weiterfassen, da eine Abgrenzung, zu den extremen Rechten und wirklichen Anh?ngern der NS-Rassenideologie und des totalit?ren F?hrerstaates, vielfach weder m?glich ist noch von den Vertretern gew?nscht wird. (bei diesem Thema ist es entscheidend auf den Hintergrund, die tendenzielle Terminologie und die jeweilige Intention zu achten ? vieles was sich scheinbar normal, vern?nftig oder harmlos anh?rt ist es nicht?)

Eine wesentliche Gemeinsamkeit ist hier der Versuch der Relativierung oder Revision der historischen Tatsachen und damit der Schuld des dritten Reiches. Gemeinhin wird hier Deutschland als kontinuierliches Ganzes betrachtet, sprich es findet keine Differenzierung zwischen der BRD und der Weimarer Republik auf der einen Seite und des zweiten und dritten Reiches statt. Insbesondere der Aspekt der nationalsozialistischen Ideologie wird vollkommen ausgeblendet. Viele dieser Diskussionen h?ren sich an, als ob ?ber die Gewichtung Kriegsschuld und historische Verantwortung des ERSTEN Weltkriegs diskutiert w?rde. Die Verbrechen und die Zielsetzung des NS-Staates werden ignoriert, nicht gerechtfertigt oder geleugnet ? wie sonst ?blich.

Das Argument, dass der ZWEITE Weltkrieg mehr als ein halbes Jahrhundert zur?ckliege und die heutigen Deutschen nichts mit den Verbrechen des Dritten Reiches zu tun haben und sich daher als "normale" Nation (was auch immer das hei?en mag) f?hlen d?rften, gilt hier nicht ? auch wenn es vielfach von den Vertretern jener "Geisteshaltung" benutzt wird. Schlie?lich wird das Thema NS-Vergangenheit immer wieder von Denselbigen adaptiert. Nat?rlich wird dieses dabei nicht, in der historisch-objektiven Betrachtungsweise, als Ganzes angesehen, sondern nur in kleinen Fragmenten herangezogen. Die "Ehrenrettung" des deutschen Soldaten ist dabei besonders beliebt, "dieser soll angeblich ehrenvoll gek?mpft haben" ? seid wann kann man f?r ein verbrecherisches Regime ehrenvoll k?mpfen? Selbst, wenn man erst nachher von dessen Verbrechen erf?hrt, ist man doch zumindest moralisch mitschuldig, da man ja durch seinen Kampf f?r das Regime, dem Selbigen erm?glicht hat seine Verbrechen zu begehen. Eine Erkenntnis, zu der nahezu keiner von Hitlers ehemaligen Blut- und Bodenkriegern gelangt ist. Dabei ist die Verwicklung der Wehrmacht in die NS-Gr?ueltaten absolut unstrittig. Der Gipfel ist dann erreicht, wenn versucht wird selbst die SS in ?hnlicherweise zu rehabilitieren ? das Verdikt, das die SS als verbrecherische Organisation bezeichnet ist faktisch nicht anfechtbar. Haupts?chlich wird versucht hier damit zu argumentieren, dass "ja nicht alle Verbrechen begangen h?tten", etc.

(Warum dieses Thema ausgegraben wird erscheint mir merkw?rdig ? man merkt ich umkreise das Ph?nomen bestenfalls n?herungsweise und mir fehlt jedes rationale Verst?ndnis derartiger Argumentationsmuster und Ansichten)

Eine andere Frage ist die, nach der Motivation, die sich hinter dieser Agitation verbirgt. Die verwendete Terminologie gleicht der der neo-nazistischer Gruppen, so wird gerne von den "Besatzern" gesprochen. (Teile der Neonazis betrachten die Bundesrepublik als "Fortsetzung der alliierten Besatzung, gegen die es ein Notwehrrecht g?be") Beliebt ist die Argumentation, dass "der Sieger die Geschichte schreibe" - und das obwohl die ?berw?ltigende Mehrzahl der Publikationen von deutschen Historikern stammt (die z. T. im dritten Reich aufgewachsen sind) und Anfangs das Thema 2. Weltkrieg und NS-Verbrechen in der deutschen ?ffentlichkeit und im Schulwesen eher totgeschwiegen, als behandelt wurde?

Der Mangel an Aufkl?rung ?ber die NS-Zeit scheidet als Ursache aus, da es hier um ein nicht wissen bzw. nicht wahrhaben wollen geht. Sprich: Weite Teile der Argumentation st?tzt sich darauf, dass "den Deutschen das Thema schon lange genug vorgehalten wurde" - was nat?rlich so nicht stimmt und die Besch?ftigung mit den Verbrechen der Nazizeit haupts?chlich auf deutsche Eigeninitiative zur?ckgeht und die k?nstliche Aufarbeitung und Bew?ltigung jener Zeit eigentlich erst seit 10, 20 Jahren begonnen hat?

Das hier viele Menschen ein eher gest?rtes Verh?ltnis zu einer Kulturnation haben, in der von Heute auf Morgen so unverstellbare Gr?ueltaten m?glich waren und ein ganzes Volk freiwillig zum Werkzeug einer durch und durch Menschen verachtenden Ideologie wurde, ist mehr als verst?ndlich. Zumal es hier keine m?chtigen Interessengruppen gibt, die eine kritische Aufarbeitung und Bew?ltigung der Vergangenheit ernsthaften Widerstand entgegen setzten k?nnten? Deutschland hat hier Gl?ck im selbst gew?hlten Ungl?ck und wurde durch die milden Sieger von der nationalsozialistischen Massenhysterie erl?st.

Die Intention der neuen Rechten gibt mir dennoch R?tsel auf, was wollen diese l?stigen Qu?lgeister? Den Naziklassiker, also "das dritte Reich von Schuld rein zu waschen, um ein Viertes zu erm?glichen". Oder handelt es sich bei diesem B?ttel einfach um "normale" Rassisten und Nationalisten, wie sie in L?ndern wie Polen, dem Baltikum oder selbst in Gro?britannien zu finden sind? R?hrt daher ihre revisionistische Auseinandersetzung mit Teilen der NS-Zeit, aus der Tatsache, dass sie bei ihrer nationalistischen Agitation mit Nazi-Vergleichen und Unterstellungen ?bersch?ttet werden? Und sie sich nicht anders zu helfen wissen, als das eindeutige historische Urteil ?ber jene Zeit anzuzweifeln und zu relativieren?

Dagegen spricht, dass die "neuen Rechten" dieses Thema ohne jeden Grund anschneiden, gut manchmal erw?hnt man die Nazivergangenheit, um den Antiamerikanischen ihren moralischen Absolutismus unter den F??en wegzuziehen? dennoch sobald auch nur Worte wie Wehrmachtsverbrechen fallen, explodieren diese Knilche f?rmlich.

L?sungsvorschl?ge gibt es mal wieder keine, nur die Anmerkung, dass hier die Krebssch?den der Staatsgr?ndung wieder einmal deutlich zu Tage treten. Der Fehler Adenauers, die Ex- und Nochnazis wieder zu Amt und W?rden kommen zu lassen und jede Auseinandersetzung mit der Nazidiktatur auszuklammern, erwei?t sich als gro?e historische Dummheit. (vielleicht war es auch Wei?heit ? durch die nationalsozialistische Verstrickung der Mehrheit, bedeutete jede unmittelbare Aufarbeitung eine Gefahr f?r den zuk?nftigen gesellschaftlichen Konsens. Da man hier allzu leicht Gr?ben, zwischen dem Staat und einem erheblichen Teil seiner B?rger, entstehen konnten, welche sich in Zukunft nicht mehr ?berbr?cken lie?en. ?hnlich, wie in Spanien, nach dem Ende der Francodiktatur, konnte die wirkliche Auseinandersetzung mit der Thematik erst zu einigem Zeitpunkt erfolgen, als sich der demokratische Staat gefestigt hatte. Ein Versuch der teilweise aus dem Exil zur?ckgekehrten Politiker, die zwar frei gew?hlt waren, aber ihre Stellung, in letzter Konsequenz, der Anwesenheit der Alliierten verdankten, der Bev?lkerung diese Auseinandersetzung, ?ber die eigene Schuld und Verantwortung an den NS-Verbrechen, aufzuzwingen h?tte wohl zum baldigen Fall der neuen Republik gef?hrt. So f?hrten sp?tere, unbeteiligte Generationen die Auseinandersetzung um die braune Vergangenheit.) Adenauer erschuf das sinnentleerte Wirtschaftswunderland und f?hrte die Bundesrepublik in den Westen. Die demokratische Revolution und den Hass auf die Tyrannei konnte jedoch weder die Integration in die Nato, noch der Paneurop?ische Gedanke oder die EWG erzeugen bzw. ersetzten.

Gehalten hat sich die Demokratie wegen dem Ost-Westkonflikt, aus Angst vor dem Kommunismus klammerten sich alte Eliten und die Masse der Bev?lkerung an die westlichen Sieger, die von Besatzern zu Verb?ndeten und Schutzm?chten wurden. Was der Demokratie Dauer und ein St?ck weit politische Kultur gab. Hinzukommt, dass die meisten Nazis heute ihren Brei im Altenheim von rein ostischen Pflegerinnen bekommen bzw. unsere sch?ne Erde bereits von ihrer Gegenwart befreit wurde.

Allerdings tritt hier wieder der alte deutsche Nihilismus auf, was genau ist das "Deutschsein" eigentlich? Bedenkt man, was schon alles als "deutsch" galt, so ist diese Verwirrung durchaus verst?ndlich. Dieser betonte Nationalstolz legt sehr oft die Vermutung nahe, dass es sich dabei um eine Art Autosuggestion handelt. Der Versuch sich etwas einzureden, was man nicht hat oder nicht empfinden kann ? der ganze deutsche Nationalismus unmittelbar vor und nach dem deutsch-franz?sischen Krieg wirkt wie ein kollektiver Minderwertigkeitskomplex. Was sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht, ebenso wie der Hass und die Ressentiments gegen bestimmte Minderheiten und andere V?lker? (ich schweife ab)

Egal, der deutsche Schuldkomplex scheint entweder zu verschwinden oder eine Metamorphose zu erfahren, und mir gef?llt nicht was ihm nachfolgen will ? lange Zeit hielt ich das Ganze f?r ein reines Internet- und Medienph?nomen, aber sobald man im wirklichen Leben mit den "neuen Rechen" konfrontiert wird, fragt man sich was das Ganze eigentlich soll?
2.10.05 04:13


Ein nichtuninteressanter Nachruf auf die kommende große Koalition…

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,377697,00.html

Dazu noch ein dezenter Hinweis auf die kommenden Probleme:

"Der Trend in den Globalisierungseliten geht keineswegs zu flacheren Hierarchien und Mitarbeiterbeteiligungen, sondern zu straffer, zentralisierter F?hrung. Unter den hoch beschleunigten Bedingungen dynamischer Informationsvermittlung und Finanztransfers gilt ihnen Teilhabe und Demokratie als st?rend und daher ineffizient."

Eine ?u?erung die weit moderner erscheint als sie tats?chlich ist, die hier beschriebene Entwicklung ist bei weitem kein Ph?nomen der Globalisierung. Bereits Niccol? Machiavelli konstatierte eine ?hnliche Entwicklung in den Gemeinwesen seiner Zeit. In allen St?dten g?be es zwei entgegen gesetzte Str?mungen: Die Gro?en trachteten danach das Volk zu unterdr?cken und das Volk wolle nicht unterdr?ckt werden. Daraus resultierten drei M?glichkeiten: Die Freiheit, die Alleinherrschaft oder die Anarchie (im Sinne von inneren Unruhen und Instabilit?t) Und diese Gro?en lassen sich in den Adels- und Kaufmannsgeschlechter der Renaissance ebenso erkennen, wie in den heutigen Managern und Gro?aktion?ren.
2.10.05 18:32


Life is Life

So, die Wahl ist vorbei und dieses heikle Thema kann, aus dem Dunkel der nicht Wahlkampf geeigneten Themen, ins Licht der ?ffentlichen Diskussion zur?ckkehren. Bei mir breitet sich eine gewisse eher negative Ambivalenz zu einem m?glichen EU-Beitritt der T?rkei aus?

Einerseits st??t mich diese nationalistische Kraftmeierei t?rkischer Politiker ab. Als ob es einen Anspruch auf eine EU-Mitgliedschaft g?be. Wen du EU aufnimmt und wen nicht entscheidet allein die EU, ebenso wie diese die Spielregeln bestimmt. Niemand muss Mitglied werden und wenn man mit Verhandlungen nicht weiterkommt, dann l?sst man es eben sein. Zwingt einen ja keiner, wenn ich sehe wie in der T?rkei auf durchaus berechtigte Bedenken und Kritik reagiert wird und Europa als christlicher Club beschimpft wird, dann frage ich mich, ob Europa sich das wirklich antun sollte. Die gro?en Worte m?gen zwar lustig klingen, am alkoholfreien, mohammedanischen Stammtisch, h?ren sich aber ebenso bescheuert an, wie die Anti-T?rkeipropaganda der Christasozialen. Die Werte und Normen, auf denen die EU ruht, wurden alle im m?hevollen Kampf, gegen die christliche Autokratie und Kirche, errungen. Durch die Ostexpansion der Europ?ischen Union hat diese schon genug mit allerlei nationalistischen Str?mungen zu tun. Besonders die Fl?chenstaaten ? namentlich Polen ? fallen negativ durch die Kultivierung nationalistischer Gro?mannsucht, antieurop?ischer Ressentiments und grotesker Kraftmeierei auf.

Realtisch betrachtet erf?llt die T?rkei nicht mal die Vorraussetzungen, um ?berhaupt Beitrittskandidat werden zu k?nnen, geschweige denn Verhandlungen aufnehmen zu d?rfen. Die wirtschaftliche Situation spielt dabei keine Rolle, weil man diese am einfachsten reformieren kann. Hauptproblem ist hier die Weigerung, der offiziellen T?rkei, die kulturelle Identit?t der kurdischen Minderheit anzuerkennen und diese gleichberechtigt zu integrieren. Ein anderes, ist die latente gesellschaftliche Diskriminierung religi?ser Minderheiten. Hinzu kommen noch erhebliche Diskrepanzen was Demokratie, Meinungsfreiheit, B?rgerrechte und Rechtsstaatlichkeit anbelangt ? die T?rkei hat also ziemlich viel Vertrauensvorschuss von den Europ?ern erhalten. Daher wirken die blumigen, orientalischen Alles oder Nichts Proklamationen ziemlich unversch?mt.

?ber die Anerkennung des V?lkermords an den Armeniern braucht man gar nicht zu sprechen, die historische Faktenlage ist unstrittig und die T?rkei t?te gut dran, den Nationalisten auf die F??e zu treten und das Verbrechen als solchen anzuerkennen und damit ihre historische Verantwortung zu ?bernehmen. Zumal Staatsgr?nder Atat?rk weder in diese Vorg?nge verwickelt war noch besonders viel von den jungt?rkischen Urhebern, dieser Gr?ueltaten, hielt und die Verbrechen in Zeiten des osmanischen Reiches ver?bt wurden. Sprich: Der t?rkischen Republik bricht kein Zacken aus der Krone, bekennt sie sich zu den dunklen Flecken der t?rkischen Vergangenheit. Soviel kritisches Geschichts- und Selbstverst?ndnis darf man von einem zuk?nftigen EU-Mitglied durchaus erwarten.

Auch in der Zypernfrage sollte sich die T?rkei, nicht nur in Hinterzimmern, bewegen und zumindest den griechischen S?den als Staat anerkennen. Schlie?lich tr?gt die T?rkei eine nicht geringe Mitschuld an der verfahrenen Situation, wie es die griechischen Nationalisten tun.

Andererseits sehe ich diese kulturellen Differenzen als nicht so grunds?tzlich an, durch die moderne Industrie- und Mediengesellschaft gleichen sich Wertvorstellungen und Lebensumst?nde weltweit an und die Gr?ben zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten sind tiefer, als die zwischen verschieden Nationen. In der T?rkei k?nnte sich dies allerdings ins Gegenteil verkehrt werden. Verlor in Europa die Religion an der Wende, von 17. zum 18. Jahrhundert, zunehmend an gesellschaftlichen Einfluss und sackte in die Bedeutungslosigkeit ab, gibt es in der T?rkei Anzeichen f?r eine Re-Islamisierung bzw. daf?r, dass die Gesellschaft niemals wirklich innerlich s?kularisiert war. Atat?rk zwang seinem Volk westliche Werte und Normen auf ? was ich nicht unbedingt moralisch verurteilen m?chte ? und der von ihm geschaffene Staats- und Milit?rapparat sorgte daf?r, dass seine Ma?nahmen seinen Tod ?berdauerten.

Die Reformen im Zuge der EU heben nun diese heimliche, kemalistische Diktatur auf und entmachten Armee und Sicherheitskr?fte. Das Problem liegt hier in dem Erstarken der islamistischen Kr?fte. Eine Kostprobe davon war der Versuch, Ehebruch unter Strafe zu stellen, was auf den Durchschnittseurop?er wirkt, wie eine versuchte Wiedereinf?hrung der Constitutio Criminalis Carolina. Hierin liegt letztendlich der Keim des Scheiterns, durch die neuen Freiheiten, im Zuge der EU-Reformen, k?nnte die T?rkei eine Form annehmen, in der sie entweder nicht der EU beitreten m?chte oder die EU sie nicht beitreten lassen wird.

Das Argument, durch den Beitritt der T?rkei, entst?nden Sicherheitsvorteile f?r Europa, ist f?r mich rational nicht nachvollziehbar. Die T?rkei grenzt an L?nder wie den Iran, Syrien oder den Irak ? sprich die neue EU-Au?engrenze l?ge an Konflikt- und Krisengebieten, in denen zahlreiche Terrororganisationen operieren. Zumal es in der T?rkei selbst gewaltige links- und rechtsextremistische, sowie islamistische Terrorpotenziale gibt. Ein Mehr an Sicherheit bedeutet die Aufnahme dieses Kandidaten mit Sicherheit nicht. Die geostrategische Bedeutung der T?rkei wird eindeutig ?bersch?tzt, selbst wenn sich dieses Land dem Iran oder Syrien zuwendet, so bleibt die Bedrohung f?r Europa minimal, da allein schon massive Wirtschaftssanktionen zum Kollaps der rasant wachsen t?rkischen Wirtschaft f?hren w?rden. Die nationalistischen Drohungen, aus der T?rkei, lassen mich also v?llig kalt.

Ebenso, wie die Hoffnung, durch den EU-Beitritt der T?rkei, k?nnte so etwas wie ein aufgekl?rter Islam entstehen. Die Trennung von Staat und Religion ist ein elementares Prinzip des europ?ischen Wertekanons und dieser gilt auch f?r die T?rkei, sofern diese Teil der EU sein m?chte. Alles was man sich, an positiven Ver?nderungen in der T?rkei, durch den EU-Beitritt, erhofft sollte eigentlich von der T?rkei, um ihrer selbst Willen, unabh?ngig vom der Beitrittsfrage, angestrebt werden?

2.10.05 20:37


Life is Life

So, die Wahl ist vorbei und dieses heikle Thema kann, aus dem Dunkel der nicht Wahlkampf geeigneten Themen, ins Licht der ?ffentlichen Diskussion zur?ckkehren. Bei mir breitet sich eine gewisse eher negative Ambivalenz zu einem m?glichen EU-Beitritt der T?rkei aus?

Einerseits st??t mich diese nationalistische Kraftmeierei t?rkischer Politiker ab. Als ob es einen Anspruch auf eine EU-Mitgliedschaft g?be. Wen du EU aufnimmt und wen nicht entscheidet allein die EU, ebenso wie diese die Spielregeln bestimmt. Niemand muss Mitglied werden und wenn man mit Verhandlungen nicht weiterkommt, dann l?sst man es eben sein. Zwingt einen ja keiner, wenn ich sehe wie in der T?rkei auf durchaus berechtigte Bedenken und Kritik reagiert wird und Europa als christlicher Club beschimpft wird, dann frage ich mich, ob Europa sich das wirklich antun sollte. Die gro?en Worte m?gen zwar lustig klingen, am alkoholfreien, mohammedanischen Stammtisch, h?ren sich aber ebenso bescheuert an, wie die Anti-T?rkeipropaganda der Christasozialen. Die Werte und Normen, auf denen die EU ruht, wurden alle im m?hevollen Kampf, gegen die christliche Autokratie und Kirche, errungen. Durch die Ostexpansion der Europ?ischen Union hat diese schon genug mit allerlei nationalistischen Str?mungen zu tun. Besonders die Fl?chenstaaten ? namentlich Polen ? fallen negativ durch die Kultivierung nationalistischer Gro?mannsucht, antieurop?ischer Ressentiments und grotesker Kraftmeierei auf.

Realtisch betrachtet erf?llt die T?rkei nicht mal die Vorraussetzungen, um ?berhaupt Beitrittskandidat werden zu k?nnen, geschweige denn Verhandlungen aufnehmen zu d?rfen. Die wirtschaftliche Situation spielt dabei keine Rolle, weil man diese am einfachsten reformieren kann. Hauptproblem ist hier die Weigerung, der offiziellen T?rkei, die kulturelle Identit?t der kurdischen Minderheit anzuerkennen und diese gleichberechtigt zu integrieren. Ein anderes, ist die latente gesellschaftliche Diskriminierung religi?ser Minderheiten. Hinzu kommen noch erhebliche Diskrepanzen was Demokratie, Meinungsfreiheit, B?rgerrechte und Rechtsstaatlichkeit anbelangt ? die T?rkei hat also ziemlich viel Vertrauensvorschuss von den Europ?ern erhalten. Daher wirken die blumigen, orientalischen Alles oder Nichts Proklamationen ziemlich unversch?mt.

?ber die Anerkennung des V?lkermords an den Armeniern braucht man gar nicht zu sprechen, die historische Faktenlage ist unstrittig und die T?rkei t?te gut dran, den Nationalisten auf die F??e zu treten und das Verbrechen als solchen anzuerkennen und damit ihre historische Verantwortung zu ?bernehmen. Zumal Staatsgr?nder Atat?rk weder in diese Vorg?nge verwickelt war noch besonders viel von den jungt?rkischen Urhebern, dieser Gr?ueltaten, hielt und die Verbrechen in Zeiten des osmanischen Reiches ver?bt wurden. Sprich: Der t?rkischen Republik bricht kein Zacken aus der Krone, bekennt sie sich zu den dunklen Flecken der t?rkischen Vergangenheit. Soviel kritisches Geschichts- und Selbstverst?ndnis darf man von einem zuk?nftigen EU-Mitglied durchaus erwarten.

Auch in der Zypernfrage sollte sich die T?rkei, nicht nur in Hinterzimmern, bewegen und zumindest den griechischen S?den als Staat anerkennen. Schlie?lich tr?gt die T?rkei eine nicht geringe Mitschuld an der verfahrenen Situation, wie es die griechischen Nationalisten tun.

Andererseits sehe ich diese kulturellen Differenzen als nicht so grunds?tzlich an, durch die moderne Industrie- und Mediengesellschaft gleichen sich Wertvorstellungen und Lebensumst?nde weltweit an und die Gr?ben zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten sind tiefer, als die zwischen verschieden Nationen. In der T?rkei k?nnte sich dies allerdings ins Gegenteil verkehrt werden. Verlor in Europa die Religion an der Wende, von 17. zum 18. Jahrhundert, zunehmend an gesellschaftlichen Einfluss und sackte in die Bedeutungslosigkeit ab, gibt es in der T?rkei Anzeichen f?r eine Re-Islamisierung bzw. daf?r, dass die Gesellschaft niemals wirklich innerlich s?kularisiert war. Atat?rk zwang seinem Volk westliche Werte und Normen auf ? was ich nicht unbedingt moralisch verurteilen m?chte ? und der von ihm geschaffene Staats- und Milit?rapparat sorgte daf?r, dass seine Ma?nahmen seinen Tod ?berdauerten.

Die Reformen im Zuge der EU heben nun diese heimliche, kemalistische Diktatur auf und entmachten Armee und Sicherheitskr?fte. Das Problem liegt hier in dem Erstarken der islamistischen Kr?fte. Eine Kostprobe davon war der Versuch, Ehebruch unter Strafe zu stellen, was auf den Durchschnittseurop?er wirkt, wie eine versuchte Wiedereinf?hrung der Constitutio Criminalis Carolina. Hierin liegt letztendlich der Keim des Scheiterns, durch die neuen Freiheiten, im Zuge der EU-Reformen, k?nnte die T?rkei eine Form annehmen, in der sie entweder nicht der EU beitreten m?chte oder die EU sie nicht beitreten lassen wird.

Das Argument, durch den Beitritt der T?rkei, entst?nden Sicherheitsvorteile f?r Europa, ist f?r mich rational nicht nachvollziehbar. Die T?rkei grenzt an L?nder wie den Iran, Syrien oder den Irak ? sprich die neue EU-Au?engrenze l?ge an Konflikt- und Krisengebieten, in denen zahlreiche Terrororganisationen operieren. Zumal es in der T?rkei selbst gewaltige links- und rechtsextremistische, sowie islamistische Terrorpotenziale gibt. Ein Mehr an Sicherheit bedeutet die Aufnahme dieses Kandidaten mit Sicherheit nicht. Die geostrategische Bedeutung der T?rkei wird eindeutig ?bersch?tzt, selbst wenn sich dieses Land dem Iran oder Syrien zuwendet, so bleibt die Bedrohung f?r Europa minimal, da allein schon massive Wirtschaftssanktionen zum Kollaps der rasant wachsen t?rkischen Wirtschaft f?hren w?rden. Die nationalistischen Drohungen, aus der T?rkei, lassen mich also v?llig kalt.

Ebenso, wie die Hoffnung, durch den EU-Beitritt der T?rkei, k?nnte so etwas wie ein aufgekl?rter Islam entstehen. Die Trennung von Staat und Religion ist ein elementares Prinzip des europ?ischen Wertekanons und dieser gilt auch f?r die T?rkei, sofern diese Teil der EU sein m?chte. Alles was man sich, an positiven Ver?nderungen in der T?rkei, durch den EU-Beitritt, erhofft sollte eigentlich von der T?rkei, um ihrer selbst Willen, unabh?ngig vom der Beitrittsfrage, angestrebt werden?

2.10.05 20:37


Der Krieg endet mit positiven Zeichen, großem Angebot...

Die mediale Schlacht um die Bedeutung des Wahlausgangs ist noch im vollen Gange? so versuchen die Ewiggestrigen mit fragw?rdigen Appellen das Geschehen doch noch zu Gunsten von das Merkel zu wenden:

(Sturm)Appell der(jenigen von) (19)33

Zitat:"Es ist an der Zeit, n?chtern festzustellen: Die CDU/CSU hat die Wahlen gewonnen,"

Wenn dem so w?re, wieso w?hlt die CDU dann nicht einfach das Merkel zum Kanzler? Die Wahl hat der gewonnen, der die absolute Mehrheit der Stimmen hat, ob als Koalition oder als Partei - und das die st?rkste Partei automatisch den Auftrag zur Regierungsbildung hat, steht weder in der Verfassung noch im Wahlgesetz und auch nicht in der Gesch?ftsordnung des Bundestages...

http://www.ich-habe-sie-nicht-gewaehlt.de

Du die M?glichkeit der Welt zu zeigen, dass DU sie nicht gew?hlt hast! Steh' zu Deiner politischen Meinung und dokumentiere f?r den Rest der Welt und Deine Nachkommen, dass Du keine Verantwortung f?r die anstehenden Ver?nderungen tr?gst!"
3.10.05 15:02


Der Tag der deutschen Einheit

Zitat: Wir m?ssen nur zufassen! Wir m?ssen nur die Entschlusskraft aufbringen alles in den Dienst der Partei zu stellen! Wir m?ssen das Verm?chtnis des Titanic-Mitbegr?nders Klodwig Pot erf?llen, die Endg?tige Teilung Deutschlands! Das ist unser Auftrag!
3.10.05 16:52


Realsatire, Bany

.http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,378856,00.html

Das Leben hat so seine sarkastischen Anwandlungen: Die Verk?rperung vor-pubert?rer Gewalt- und Masturbationsfantasien verbietet den verkauf brutaler Videospiele.
8.10.05 16:50


new age love story

Mir schwebt ja schon lange ein v?llig neuartiges Vorabendfilm-Konzept vor: Einen romantischen Liebesfilm mit einem Pferdemetzger in der Hauptrolle.

Der Film wird alles haben, was man so brauch: riesige Landschaftspanoramas, die ?bliche kitschigen Dialoge, lebendige Klischees als Charaktere, gef?hlvolle Musik und nat?rlich unseren Helden: Den Pferdemetzger. Um den sich eine tragische Liebesgeschichte entwickelt, am besten noch mit einer Pferdeliebhaberin. Wichtig ist, dass es sehr plastische Darstellungen des Pferdeschlachtvorgangs und der Verarbeitung der Selbigen zu Fleisch- und Wurstwaren geben wird, welche den Bildungsaspekt Rechnung tragen sollen. Als Finale w?re eine Hommage an Kill Bill denkbar; die Pferdeliebhaberin entscheidet sich f?r den schmierigen Banker und der ehrliche Pferdemetzger sieht rot und beschlie?t sich an den Tieren seiner einstigen Liebe zu r?chen. Wenn er mit seinem Schlachtwerkzeug den Pferdestall betritt bleibt die Kamera weiter auf das Geb?ude gerichtet, w?hrend man von drinnen die S?geger?usche und das verzweifelte Wirren der Pferde h?rt? als Titel bietet sich Entscheidung des Herzens an.
9.10.05 14:07


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung