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3.3.06 17:59


la reine Margot

Ein ganz besonderer Leckerbissen erwartet den Filmfreund auf MDR am Samstag den 18.03 gegen 0:30:

Die Bartholomäusnacht: Die Hand Gottes

Die Bartholomäusnacht: Der Löffel des Teufels

La Reine Margot ("die Bartholomäusnacht" von Patrice Chéreau) – gemeinhin nennt man so etwas wohl ein Sittengemälde, ich dagegen würde es eine vollkommene Tragödie nennen. Die Geschichte spielt vor dem Hintergrund des berühmt-berüchtigten Massakers an den französischen Protestanten in Paris am 24. August 1572. Eine wahre Bluthochzeit, um diese ist auch die Handlung im Film angesiedelt. Das Land ist zerrissen zwischen den verfeindeten Parteien des hugenottischen und katholischen Adels. Die eigentliche Herrscherin Frankreichs ist zu dieser Zeit Catherine de Médicis (Virna Lisi), die durch ihren Sohn König Charles IX. die Macht ausübt. Ihre Tochter die katholische Prinzessin Marguerite de Valois (Isabelle Adjani) soll, gegen ihren Willen, denn protestantischen König Henri de Navarre (Daniel Auteuil) heiraten, um die religiösen Fehden im Inneren zu beenden. Anlässlich der Hochzeit versammelt sich der protestantische Adel zu Tausenden in Paris, was zu erheblichen Spannungen führt. Ein Attentat auf den protestantischen Admiral Coligny ist dann Auslöser für die Katastrophe...

Der Film stellt dem katholischen, korrupten und dekadenten Renaissanceadel den puritanischen, tugendhaften und überaus frommen der Hugenotten gegenüber, wobei damit noch nicht gesagt ist, auf welche Seite sich die Sympathien des Zuschauers letztendlich schlagen werden. Auf jeden Fall garantiert diese Konstellation jede Menge amüsante Momente...

Die eigentliche Handlung spielt sich jedoch in der Königsfamilie und um Margot (wie Marguerite im Film genannt wird) ab, diese entspricht so gar nicht den Tugenden und Moralvorstellungen ihrer Zeit, sondern ist durch und durch verdorben und dazu noch recht eigenwillig. So denkt sie gar nicht daran sich in die Ehe mit Henri de Navarre zu fügen, zumal sie ohnehin die Geliebte seines Erzfeindes, des Herzogs von Guise, ist. Auch die Beziehung zu ihren Brüdern ist von besonderer Natur. In den Ausschweifungen ihrer Hochzeitsnacht lernt sie den ritterlichen Edelmann La Môle (Vincent Perez) kennen und lieben, einen Gefolgsmann ihres Mannes. Keine Schnulzen hafte Liebensgeschichte, sondern eine sehr körperliche ohne jede Hoffnung und Perspektive. In den Wirren nach dem Massaker versucht La Môle den König von Navarra zu befreien und mit ihm seine Geliebte Margot...

An sich ein Meisterwerk, der Film verbindet einen dezenten und passenden Soundtrack mit einer Szenerie, die einen tatsächlich in das Paris der Renaissance versetzt. Die Kulissen wirken wunderbar realistisch, nichts tut der Illusion Abbruch. Ebenso wirken die Kostüme authentisch und durch zahlreiche Statisten erreicht der Film tatsächlich die Dimension der damaligen Ereignisse, ohne in unpersönliche Massenszenen zu verfallen. Die schauspielerische Darbietung ist bemerkenswert bis grandios. Besonders Virna Lisi sticht als intrigante und herrschsüchtige Frau heraus, ebenso Isabelle Adjani als zerrissene und unabhängige Frau, in den Machtkämpfen und Intrigen ihrer Zeit.
11.3.06 22:08


Helge, du bist Führer und damit Deutschland

Helge ist Führer

Richtig, es gibt einen neuen Hitlerfilm, dieses Mal allerdings mit Helge Schneider als Gröfaz.

erste Aufnahmen
11.3.06 23:04


das Vegan schlägt zurück

http://youtube.com/watch?v=YarWJ7aL4TM

(also lacht euch tot, bevor ihr verhungern müsst, weil die die Veganen euch das Fleisch aus dem Kühlschrank stehlen...)
18.3.06 00:47


So, nachdem Tori Amos wieder in der Versenkung verschwunden ist, kann man sich hier an Live-Stücken laben, während man auf ihre Auferstehung wartet:

http://www.yessaid.com/download-2005.html
19.3.06 16:45


"Es stand denn auch im römischen Staate, wie es in jedem Staate gestanden hat und stehen wird, wo die Bürger lesen "von der Türschwell an bis zum Privet". Der parthische Wesir hatte nicht unrecht, wenn er den Bürgern von Seleukeia die im Lager des Crassus gefundenen Romane wies und sie fragte, ob sie die Leser solcher Bücher noch für furchtbare Gegner hielten."

- Theodor Mommsen, "römische Geschichte"
24.3.06 22:27


"Wenn aber eine Regierung nicht regieren kann, hört sie auf legitim zu sein und es hat, wer die Macht, auch das Recht, sie zu stürzen. Zwar ist es leider wahr, daß eine unfähige und verbrecherische Regierung lange Zeit das Wohl und die Ehre des Landes mit Füßen zu treten vermag, bevor die Männer sich finden, welche die von dieser Regierung selbst geschmiedeten entsetzlichen Waffen gegen sie schwingen und aus der sittlichen Empörung der Tüchtigen und dem Notstande der vielen die in solchem Fall legitime Revolution heraufbeschwören können und wollen. Aber wenn das Spiel mit dem Glücke der Völker ein lustiges sein mag und wohl lange Zeit hindurch ungestört gespielt werden kann, so ist es doch auch ein tückisches, das zu seiner Zeit die Spieler verschlingt; und niemand schilt dann die Axt, wenn sie dem Baum, der solche Früchte trägt, sich an die Wurzel legt."

- Theodor Mommsen, "römische Geschichte"
24.3.06 22:31


"Es ist ein grauenvolles Bild, dies Bild Italiens unter dem Regiment der Oligarchie. Zwischen der Welt der Bettler und der Welt der Reichen ist der verhängnisvolle Gegensatz durch nichts vermittelt oder gemildert. Je deutlicher und peinlicher er auf beiden Seiten empfunden ward, je schwindelnd höher der Reichtum stieg, je tiefer der Abgrund der Armut gähnte, desto häufiger ward in dieser wechselvollen Welt der Spekulation und des Glücksspiels der einzelne aus der Tiefe in die Höhe und wieder aus der Höhe in die Tiefe geschleudert. Je weiter äußerlich die beiden Welten auseinanderklafften, desto vollständiger begegneten sie sich in der gleichen Vernichtung des Familienlebens, das doch aller Nationalität Keim und Kern ist, in der gleichen Faulheit und Üppigkeit, der gleichen bodenlosen Ökonomie, der gleichen unmännlichen Abhängigkeit, der gleichen, nur im Tarif unterschiedenen Korruption, der gleichen Verbrecherentsittlichung, dem gleichen Gelüsten, mit dem Eigentum den Krieg zu beginnen. Reichtum und Elend im innigen Bunde treiben die Italiker aus Italien aus und füllen die Halbinsel halb mit Sklavengewimmel, halb mit schauerlicher Stille. Es ist ein grauenvolles Bild, aber kein eigentümliches; überall, wo das Kapitalistenregiment im Sklavenstaat sich vollständig entwickelt, hat es Gottes schöne Welt in gleicher Weise verwüstet. Wie die Ströme in verschiedenen Farben spiegeln, die Kloake aber überall sich gleich sieht, so gleicht auch das Italien der ciceronischen Epoche wesentlich dem Hellas des Polybios und bestimmter noch dem Karthago der hannibalischen Zeit, wo in ganz ähnlicher Weise das allmächtig regierende Kapital den Mittelstand zugrunde gerichtet, den Handel und die Gutswirtschaft zur höchsten Blüte gesteigert und schließlich eine gleißend übertünchte sittliche und politische Verwesung der Nation herbeigeführt hatte. Alles, was in der heutigen Welt das Kapital an argen Sünden gegen Nation und Zivilisation begangen hat, bleibt so tief unter den Greueln der alten Kapitalistenstaaten, wie der freie Mann, sei er auch noch so arm, über dem Sklaven bleibt; und erst wenn Nordamerikas Drachensaat reift, wird die Welt wieder ähnliche Früchte zu ernten haben."

- Theodor Mommsen, "römische Geschichte"
25.3.06 00:13


Wer wagt es, einen Blick in die Wildniss bitterster und überflüssigster Seelennöthe zu thun, in welchen wahrscheinlich gerade die fruchtbarsten Menschen aller Zeiten geschmachtet haben! Jene Seufzer der Einsamen und Verstörten zu hören: "Ach, so gebt doch Wahnsinn, ihr Himmlischen! Wahnsinn, dass ich endlich an mich selber glaube! Gebt Delirien und Zuckungen, plötzliche Lichter und Finsternisse, schreckt mich mit Frost und Gluth, wie sie kein Sterblicher noch empfand, mit Getöse und umgehenden Gestalten, lasst mich heulen und winseln und wie ein Thier kriechen: nur dass ich bei mir selber Glauben finde! Der Zweifel frisst mich auf, ich habe das Gesetz getödtet, das Gesetz ängstigt mich wie ein Leichnam einen Lebendigen: wenn ich nicht mehr bin als das Gesetz, so bin ich der Verworfenste von Allen. Der neue Geist, der in mir ist, woher ist er, wenn er nicht von euch ist? Beweist es mir doch, dass ich euer bin; der Wahnsinn allein beweist es mir." Und nur zu oft erreichte diese Inbrunst ihr Ziel zu gut: in jener Zeit, in welcher das Christenthum am reichsten seine Fruchtbarkeit an Heiligen und Wüsten-Einsiedlern bewies und sich dadurch selber zu beweisen vermeinte, gab es in Jerusalem grosse Irrenhäuser für verunglückte Heilige, für jene, welche ihr letztes Korn Salz daran gegeben hatten.

- Friedrich Nietzsche, "Morgenröte"
25.3.06 00:13


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