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"Es ergriff selbst starre Herzen, als der Mann, der bis dahin mit dem Leben und dem Eigentum von Millionen nach Willkür geschaltet hatte, auf dessen Wink so viele Häupter gefallen waren, dem in jeder Gasse Roms, in jeder Stadt Italiens Todfeinde wohnten und der ohne einen ebenbürtigen Verbündeten, ja genau genommen ohne den Rückhalt einer festen Partei sein tausend Interessen und Meinungen verletzendes Werk der Reorganisation des Staates zu Ende geführt hatte, als dieser Mann auf den Marktplatz der Hauptstadt trat, sich seiner Machtfülle freiwillig begab, seine bewaffneten Begleiter verabschiedete, seine Gerichtsdiener entließ und die dichtgedrängte Bürgerschaft aufforderte zu reden, wenn einer von ihm Rechenschaft begehre. Alles schwieg; Sulla stieg herab von der Rednerbühne und zu Fuß, nur von den Seinigen begleitet, ging er mitten durch ebenjenen Pöbel, der ihm vor acht Jahren das Haus geschleift hatte, zurück nach seiner Wohnung."
6.5.06 01:17


Das Leben der Anderen

- aus der allseits beliebten Reihe: Diktaturen in Deutschland.

Dieser eher ruhige Film thematisiert den Alltag in der DDR, jenseits aller Nostalgie und humoristischen Verklärung – auf den ersten Blick gut bürgerlich, fast schon spießig, scheinbar leben die Menschen ihr Leben wie über auch. Doch bereits am Anfang erfährt der Zuschauer einiger über Denken und Praktiken der allgegenwärtigen aber doch unsichtbaren Staatssicherheit.

Die Geschichte beginnt damit, dass der systemtreue Hauptmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) Stasirekruten über die Methoden zur Befragung von Verdächtigen unterrichtet. Anschließend erhält er von seinen ehemaligen Studienkollegen - Oberstleutnant Anton Grubitz (Ulrich Tukur) – den Auftrag den scheinbar linientreuen Dramatiker Georg Dreyman (Sebastian Koch) und dessen Lebensgefährtin, die Schauspielerin Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck), zu observieren; auf Geheiß des Ministers Bruno Hempf (Thomas Thieme), der ein sehr persönliches Interesse an der Schauspielerin hat. Wiesler nimmt den Auftrag an und verwanzt Dreymans Wohnung: Von nun an erhält er Kenntnis von allem was Dreyman und seine Freundin sagen oder tun – selbst intimste Dinge und alles wird mittels Bändern und Protokollen aufgezeichnet. Mit der Zeit keimen jedoch in Wiesler Zweifel auf, da er die persönliche Intention der Abhöraktion und das Karrierestreben seines Vorgesetzen ablehnt, der sich bedeutende Gegenleistungen seitens des Ministers verspricht, sollte er dessen Nebenbuhler beseitigen. So beginnt dieser seine Opfer zu beschützen...

Wie schon gesagt ein ruhiger Film, ohne Pathos, ohne große Helden und voller nüchternem Realismus. Die Figuren darin wirken echt, keine Klischees sondern gewöhnliche Menschen, mit all ihren Schwächen und Unzulänglichkeiten. Allerdings macht dies den Film zu alles anderem als leichtverdauliche Kost: Die klaustrophobische Stimme, die permanente Bedrohung durch die Staatssicherheit, die Beklemmung und die Hilflosigkeit des Einzelnen entfalten eine sehr nachdrückliche Wirkung auf den Zuschauer – die man nicht wirklich in Worten verständlich machen kann, hierzu muss man den Film kennen. (man kann sich dabei auch den Spaß machen, von den Einzelnen Figuren ein Psychogram zu erstellen)

Der Film dient nicht nur zur Entzauberung und Demaskierung der SED-Diktatur, sondern ist auch ein leidenschaftliches Plädoyer gegen jede Form staatlicher Überwachungen und Lauschangriffe; die auf gänzlich ähnliche Weise gerechtfertigt werden. Die Gefahr einer Verselbstständigung dieser Überwachsungsorgane und deren Missbrauchs seitens der Regierung und einflussreicher Kreise ist erheblich. Die Analyse und Studie der Herrschaftsausübung und den mit ihr verbundenen Einschüchterungs- und Überwachungsmethoden ist brillant: Auch dies muss man gesehen haben, so kleine Feinheiten und Details, die das Bild eines perfiden Apparats ergeben.

9/10
13.5.06 16:01


We feed the world

Seit Heldenplatz die schärfste Polemik gegen Österreich: Erwin Wagenhofer ist sozusagen ein zweiter Professor Robert; überall auf der Welt treiben sie ihr Unwesen, die Österreicher. Ganz gleich ob sie in Rumänien die Bauern in Abhängigkeit von raffgierigen Großkonzernen treiben, sich billigen Fisch aus dem Atlantik kommen lassen, Gewächstomaten aus Spanien in rauen Mengen verzehren, ihr Vieh mit Soja - aus Ländern mit massiver Unterernährung –füttern oder wehrloses Geflügel malträtieren: immer sind die Österreicher die Bösen – selbst der Oberschurke von Nestlé ist einer von ihnen... dazu sinniert ein Schweizer UN-Kommissar zwischendurch immer wieder über die Folgen von Freihandel und Konzernmacht.

Der Film erzählt die Geschichte von der Entwicklung der Nahrungsmittelproduktion, deren Folgen und mögliche Zukunft anhand mehrer Beispiele: Weizen und Brot in Österreich, kleine Fischerei gegen industrielle Grosfischerei an der Atlantikküste, die Industrialisierung der rumänischen Landwirtschaft, Gewächshaustomatentomaten in Spanien und anderen europäischen Ländern, Sojabohnenanbau in Brasilien und eine Hühnerfarm in Österreich...

Ansonsten ein recht interessanter und umfangreicher Film über den Zusammenhang zwischen globalen Warenströmen, sozialer Verelendung und Umweltzerstörung – wenn auch etwas einseitig: der Überkonsum der Industriestaaten ist nur eine Seite der Medaille, die andere ist die Überbevölkerung in der Dritten Welt selbst und jene ist ebenso verheerend wie die Globalisierung.

Ein Film der deutlich macht, dass es an der Zeit ist den Agrarsektor zu verstaatlichen, um dessen Auswüchse unter Kontrolle zu bringen: In Europa verbrannt man Mais und Weizen zur Gewinnung regenerativer Energie während man Soja aus Brasilien zum Verfüttern importiert – um dieses anzupflanzen rodet man dort Regenwald und das Volk hungert, während tausende Tonnen Agrarerzeugnisse nach Europa als Viehfutter verkauft werden. Die Macht der multinationalen Konzerne hat zudem längst ein Ausmaß erreicht, das nicht länger hinnehmbar ist: 52% der Weltwirtschaft werden von 500 Konzernen kontrolliert. Die Vorteile einer Verstaatlichung liegen auf der Hand: sowohl im ökologischen, sozialen als auch im politischen Bereich lassen sich für nahezu alle Beteiligten bedeutende Vorteile erringen, außer für die bisher Privilegierten, die Manager und Aktionäre – deren Zeit im Schlaraffenland geht dem Ende entgegen...

10/10
20.5.06 12:40


Der freie Wille

http://www.derfreiewille.de/

"Theo, ein Vergewaltiger, kommt nach 9 Jahren aus dem Maßregelvollzug. Seine Angst vor Frauen und die damit verbundene unerfüllte Sehnsucht machen sein Leben in der Normalität zu einem Martyrium.

Nettie schafft es mit 27 Jahren endlich, sich von ihrem Vater zu lösen, der sie ihr ganzes Leben lang psychisch missbraucht hat. Theo und Nettie begegnen sich. Als sie anfangen, sich zu lieben, beginnt ihre gemeinsame Reise an die Grenzen des freien Willens."

Man sieht also, das verspricht eine düstere Reise in die Abgründe der menschlichen Seele zu werden, die gesellschaftliche Dogmen und Werturteile zu zerschmettern vermag – ich hoffe mal man lässt diesen Film in die Kinos...
26.5.06 20:20


Full Metal Jacket

So wirklich werde ich nicht schlau aus dem alten Kubrick: Auf den ersten Blick einer der vielen Vietnamkriegsfilme, aber auf den zweiten Blick eben wieder der typische Stanley Kubrick Film – das Individuum im Räderwerk der Gesellschaft; macht der Stanley das absichtlich oder nicht?
26.5.06 22:21





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