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Ich denke es ist wichtig Shakespeares Werken vorurteilsfrei zu begegnen, der Dichter hat leider das Pech von vielen der angepassten pseudo-gebildeten Spießern als "großer/einer der größten Dichter" angesehen zu werden; und wirkt daher leider uninteressant ebenso wie klassische Musik… doch in diesem Fall täuscht der äußere Schein

Hier ein paar auf seinen Stücken basierende Filme – die mir besonders gefallen haben und ein paar Originaltexte meiner Lieblingsstücke…



Richard III - gehört zu meinen Lieblingsfilmen; die Handlung von Shakespeares Königsdrama wird vom Mittelalter in ein fiktives England der 30er Jahre verlegt, mit entsprechender Musik und Kleidung. Ian McKellen (eher bekannt als Gandalf) gibt hier als Richard von Gloucester einen unübertroffenen Auftritt als Bösewicht – einige meinen das der Film auch nicht viel anders geworden wäre wenn Ian alleine vor einer weißen Wand gespielt hätte. Und ja richtig - Königin Elizabeth wird übrigens von der Selben Schauspielerin gespielt die als Carolyn Burnham in American Beauty glänzte und auch in diesem Film eine gute Figur abgibt.

Die (verlinkte DVD neigt dazu vergriffen zu sein; meiner-einer beispielsweise hat deshalb die Original-DVD aus dem UK, aber Filme sind im Original sowie (immer) besser daher verzichte ich gerne auf die dt. Synchro.



Othello – gerade heute, in der Zeit des gekauften Medienhypes, wird das Wort Meisterwerk für nahezu alle bestenfalls durchschnittliche Werke sehr schnell verwendet, allzu schnell finde ich. Dieser Film dagegen von Orson Welles (bekannt aus der kontroversen Fernsehserie: Citizen Kane) ist (für mich) ein wahres Meisterwerk. Die tragische Geschichte um Othello und Desdemona dürfte bekannt sein; Othello durch die Lügen des hinterhältigen Jagos getäuscht glaubt daran das seine tugendhafte Frau Desdemona ihn mit seinem Vertrauten Cassius betrügt und stürzt durch seine blinde Eifersucht sich selbst und seine Frau ins Verderben. Dieser Film zeigt sehr schön das der Film die visuellen Begrenzungen die dem Theater durch die Bühne auferlegt sind wunderbar überwinden kann…

Ach ja – die DVD ist in dieser filmischen Einöde genannt BRD sehr schwer zu beschaffen, ich habe meine koreanische DVD über viele dunkle Kanäle erhalten.



(ja ich weiß das Cover sieht schrecklich aus, ich hoffe das - sollte der Film je auf DVD erscheinen - für das Cover ein paar schwarz-weiß Szenenbilder verwendet werden)

Julius Caesar – ein Stück über die letzten Tage vor der Ermordung Caesars am Iden des März (15.03.44 vor), für Shakespeare (in politischen/historischen Dramen) typisch die Parteien tragen ihre Argumente und Ziele vor ohne das der Dichter in dem Stück eine Entscheidung für oder gegen eine Seite fällt und so dem Zuschauer die Entscheidung überlässt sich für diese oder jene Seite zu entscheiden. Das Thema des Stückes – der Mord an einem Herrscher im Namen der Freiheit – und die idealistische Darstellung der Mörder, Brutus und Cassius, sind schon sehr mutig für einen Dichter im Europa des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts.

Da der Film leider (noch) nicht auf DVD erschienen ist und nur als VHS erhältlich ist, ist er hier praktisch nicht zu bekommen. Hin und wieder wird er allerdings spät abends auf den verschiedenen Sendern von Rentner TV (den Gebührendieben von der GEZ) gesendet.



Henry V – zu dem Film habe ich mich hier schon mal etwas länger ausgelassen. Die DVD kann ich ohne Bedenken empfehlen und auch hier würde ich raten zu zugreifen. Da dieser Film nicht zu jenen Filmen gehören dürfte die kommerziell gesehen sehr erfolgreich sein können und es lohnt sich wirklich – im Vergleich zu diesem Film sehen die meisten Filme über das Mittelalter ziemlich alt aus.



Titus – ein Film der eher eine Theateraufführung ist als ein klassischer Film. Die Kostüme und Kulissen bilden eine eigenartige Mischung aus der gegenwärtigen modernen Welt, den 20ziger/30ziger Jahren und dem antiken Rom. Das Stück basiert auf keiner historischen Vorlage, sondern ist eher als Huldigung an Rom, die Antike und die griechische Tragödie zu verstehen. Die tiefe persönliche Feindschaft zwischen dem römischen Feldherrn Titus Andronicus und der Gotenkönigin Tamora steht im Mittelpunkt des Stücks. Titus und seine Familie werden ebenso wie Tamora und die ihren durch den absurden und scheinbar unabwendbaren Kreislauf von Rache und Gegenrache gezogen der einen Großteil der beteiligten ins Verderben führt.

Wie an dem Link zu erkennen ist die DVD auch gerade am verschwinden, allerdings ist auch dieser Film gelegentlich im Fernsehen zu sehen.



Macbeth - Roman Polanskis Version ist eigentlich sehr gut gelungen. Auch hier dürfte die Geschichte bekannt sein, dem siegreichen Edelmann Macbeth wird von drei Hexen prophezeit, dass er König werden wird. Angestachelt von seinem eigenen Ergeiz und von seiner machtgierigen Frau ermordet er König Duncan und danach alle die seiner Herrschaft im Weg stehen können. Zunehmend wird er in Visionen und Träumen von den Geistern der Ermordeten verfolgt. Seine Frau verfällt im Wahnsinn und versucht ständig das Blut, das durch die Mordtaten, an ihrer Hand klebt abzuwaschen. Nach und nach wenden sich die schottischen Edelleute von Macbeth ab und die Söhne des ermordeten Duncan kehren mit einer starken Armee aus England zurück um den Mord an ihrem Vater zu rechen.

Der Film bekommt allerdings ein dickes Minus für die Darstellung der Hexen. Diese sind derart deformiert und hässlich dargestellt, als wären sie von der PR-Abteilung der katholischen Kirche entworfen, sie reden und verhalten sich auch so. Ich dagegen hätte sie als geisterhafte entrückte Wessen oder als geheimnisvolle schöne Zauberinnen dargestellt.



Kumonosu jô – der Film mit den tausend Namen: The Castle of the Spider's Web, Throne of Blood, Cobweb Castle - die japanische Version von Macbeth passt besser, ein Film von Akira Kurosawa. Die Handlung wurde vom mittelalterlichen Schottland ins feudale Japan verlegt. Akira Kurosawa hat die Handlung “japanisiert“ – der verräterische Unterfürst am Anfang begeht Selbstmord und wird nicht wie im Original hingerichtet. Auch tritt die Rolle von der Frau von “Macbeth“ zurück, in Shakespeare Stück ist sie die treibende Kraft die den zweifelnden Macbeth zur Tat drängt, hier erscheint sie mehr als dekoratives Beiwerk. Auch der (für Asien typische) Wunsch nach einem männlichen Erben ist hier ein wichtiger Teil des Films, die Frau des Fürsten “Macbeth“ (der im Film einen japanischen Namen trägt) hat eine Totgeburt. Sollte das wirklich auf einen Übersetzungsfehler beruhen? Im Stück sagt Macbeth anerkennend, nachdem ihn seine Frau davon überzeugt hat Duncan zu ermorden und nach der Macht zu greifen, das ihr ungebrochener Geist nur Söhne gebären soll. Sollte dies wirklich in der japanischen Übersetzung als sehnlichster Wunsch Macbeths nach einem männlichen Erben gedeutet werden?

Englische Originaltexte:

Julius Caesar

Richard III

Macbeth

Henry V

Othello

King Lear

Hamlet

Die Bild!Zeitung der Intellektuellen stellt hier übrigens (neben anderen Texten klassischer Autoren) auch zahlreiche Übersetzungen von Shakespeare Stücken zur Verfügung und das kostenlos…



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